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1. Island statt Italien

In Rom das Kolosseum besuchen, in Florenz die Uffizien und in Rimini den Strand – all das war im Sommer 2020 ohne großen Italien-Rummel möglich. Heuer bleiben eher andere Reiseziele in Europa vom extensiven Massentourismus früherer Jahre verschont. Auf Island etwa war die Ringstraße 2019 oftmals schon verstaut, vor so manchem Wasserfall oder Geysir musste man sich für ein Selfie anstellen. Wer sich dagegen aktuell vor der Einreise registriert und bei der Ankunft einfach an die Drei-G-Regel hält, wird Island so einsam erleben wie zuletzt vor 15 Jahren. Vor wenigen Tagen wurden im Land zudem die Maskenpflicht, die Abstandsregeln und die Personenlimits aufgehoben.

Info: Island Tourismus

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2. Paragleiten statt Billigflug

Wer sagt denn, dass man aus Klimaschutzgründen Kurzstreckenflüge aufgeben muss? Wer in Österreich bleibt und sich dort vertrauensvoll an eine der international renommiertesten Flugschulen wendet, führt saubere Flüge in Zukunft einfach selbst durch. Beim Skyclub Austria im steirischen Ennstal etwa vermittelt man seit Jahrzehnten, wie das Paragleiten auch zu einem sicheren Hobby wird. Völlig emissionslos bewegen sich Flugschüler dort in herrlicher Bergkulisse und erlernen innerhalb einer Woche, selbstständig zu fliegen. Wer sich nicht sicher ist, ob er zum Piloten geboren wurde, kann zunächst auch nur einen Tandemflug oder einen Schnupperkurs ausprobieren.

Info: Skyclub Austria

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3. Sylt statt Malle

Wie gut, dass derzeit schon wieder so viele deutsche Touristen mit dem Billigflieger in Richtung Mallorca aufbrechen – vielleicht bedeutet das ja, dass dadurch ein paar Badeplätze mehr auf den Sylter Stränden freibleiben. Ab dem 15. Juli pendelt der Alpen-Sylt-Nachtexpress wieder bis zu viermal wöchentlich zwischen Salzburg und der Nordseeinsel.

Auf Sylt kommt man gut ohne eigenes Auto zurecht. Von Strandkorb zu Strandkorb gelangt man einfach und sauber mit der E-Flotte (vom E-Bike bis zum E-Bus), die dort jährlich wächst. Um freie Unterkünfte sollte man sich aber langsam umsehen, denn tatsächlich steht heuer auch bei den Deutschen der Urlaub im eigenen Land hoch im Kurs.

Info: Nachtexpress und Sylt

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4. Kajak statt Kreuzfahrt

Wo kein Kläger, da kein Richter, heißt es. Und weil im Lockdown nicht nur Richter der wie leergefegt wirkenden Lagunenstadt Venedig fernblieben, fielen auch die Kajaks in den Kanälen niemandem auf. Derlei Paddelei ist Privatleuten dort allerdings seit 2018 verboten. Jetzt kommen auch die großen Kreuzfahrtschiffe zurück in die Lagune, weshalb man sich in der Stadt als Paddler besser organisiert und mit lokalen Anbietern durch kleine Kanäle schippert – oder gleich ins Hinterland ausweicht. Dort kann man auf eigene Faust gemächlich die Flusslandschaften am Piave, am Po oder an der Brenta erkunden.

Info: Venice Kayak, Flusswandern, Genusspaddeln

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5. Campervan statt Reisebus

Interesse daran, auf einem Roadtrip etwa durch Frankreich oder Deutschland möglichst viel vom Land zu sehen? Das erledigt man üblicherweise in Reisebussen. Kann man machen, muss man aber nicht. Weil ein Netzwerk aus privaten Stellplatzanbietern in Europa längst auch Menschen mit Wohnmobilen ermöglicht, mehr vom Land als nur Campingplätze zu sehen. Die "Fefi" hat das ursprünglich aus Frankreich stammende Konzept unter ein europäisches Dach gebracht und informiert über Campingmöglichkeiten auf Bauernhöfen oder bei Winzern in acht Ländern, darunter Österreich. Über ein Büchlein pro Land findet man regionale Produzenten, die kostenlos Stellplätze anbieten.

Info: FEFI, Landvergnügen, France Passion (Sascha Aumüller, RONDO, 10.7.2021)