Hilfsorganisationen sind "erheblichen Hindernissen" ausgesetzt, berichtet die IOM.

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Genf – Die Zahl der Todesopfer auf den Fluchtrouten über das Meer nach Europa hat sich im ersten Halbjahr verdoppelt. Mindestens 1.146 Menschen seien gestorben, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Mittwoch mit. Im Vorjahreszeitraum waren 513 Tote verzeichnet worden. Im ersten Halbjahr 2019 waren 674 Menschen bei dem Versuch gestorben, über den Seeweg nach Europa zu gelangen.

Nach Angaben der IOM kamen die meisten Migranten bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben. Seit Jahresbeginn wurden hier 896 Todesopfer registriert, die meisten von ihnen auf der zentralen Mittelmeerroute. 250 weitere Menschen starben bei Schiffsunglücken auf der Route zu den Kanarischen Inseln.

Die IOM beklagte, dass die zivilen Hilfsorganisationen weiterhin mit "erheblichen Hindernissen" konfrontiert seien, da die meisten ihrer Schiffe in europäischen Häfen festgesetzt worden seien. IOM-Chef Antonio rief die Regierungen auf, "Maßnahmen zu ergreifen, um den Verlust von Menschenleben auf den maritimen Migrationsrouten nach Europa zu reduzieren und ihre Verpflichtungen aufgrund des internationalen Rechts zu respektieren". (APA, 14.7.2021)