EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will einen zeitlichen Rahmen vorgeben, bis zu dem alle Autos emissionsfrei sein müssen.

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Brüssel – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen strebt das Aus für herkömmliche Benzin- und Dieselautos an. In den vergangenen Wochen hätten zwar etwa ein Dutzend Hersteller in der EU angekündigt, zwischen 2028 und 2035 auf emissionsfreie Produktion umzusteigen, sagte von der Leyen im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden dennoch einen zeitlichen Rahmen vorgeben, bis zu dem alle Autos emissionsfrei sein müssen", kündigte die Kommissionspräsidentin an.

"Sonst fehlt Planungssicherheit – und wir werden die Klimaneutralität bis 2050 nicht erreichen." Wie die Produktion verändert werde, bleibe den Autobauern selbst überlassen. "Die wissen am besten, wie man neue Autos oder neue Kraftstoffe entwickelt."

"Fit for 55"

Die EU-Kommission legt am Mittwoch ihr umfangreiches Klimaschutzprogramm vor. Mit "Fit for 55", das aus zwölf Einzelgesetzen besteht, will die EU bis 2030 mindestens 55 Prozent des CO2-Ausstoßes im Vergleich zu 1990 einsparen. Bis 2050 soll dann praktisch gar kein CO2 mehr ausgestoßen werden.

Auch die Autoindustrie steht deshalb vor Veränderungen. Bis 2030 sollen nach dem Willen der EU mindestens 30 Millionen emissionsfreie Autos auf die Straße kommen. Das bisher geltende Ziel, die CO2-Emissionen im Durchschnitt der Neuwagenflotten in der EU von derzeit 95 Gramm/Kilometer bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken, soll verschärft werden. Nach einer früheren Ankündigung sollten es 50 Prozent sein. Laut Insidern ist aber noch offen, ob es die Vorgabe einer CO2-Emissionsreduktion um 100 Prozent – also ein faktisches Aus für Verbrenner – ab 2035 oder ab 2040 geben soll. (APA, 14.7.2021)