Speziell während der Pandemie gaben viele Befragten an, mit Videospielen Sorgen zu zerstreuen.

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Jährlich erscheint der "Essential Facts Report" der US-amerikanischen Entertainment Software Association (ESA). Dieser zeigt ein klares Bild. Noch nie haben mehr Menschen Videospiele gespielt als im Jahr 2020. Auch für 2021 werden steigende Zahlen prognostiziert.

227 Millionen Spieler

Im vergangenen Jahr spielten in den USA 214 Millionen Menschen Videospiele. Für 2021 wird im Report der ESA ein Anstieg auf 227 Millionen erwartet. Zählt man nur Menschen über 18 Jahre, dann bleiben eindrucksvolle 182 Millionen Spieler übrig. Die Geschlechteraufteilung ist wider Erwarten recht ausgeglichen. Laut Report sind 55 Prozent der Spieler männlich, der Rest weiblich. Beim Alter macht der Anteil der unter 18-Jährigen immerhin 20 Prozent aus. Über 65 Jahre spielen nur noch sieben Prozent. Der durchschnittliche Gamer ist demnach 31 Jahre alt.

Den größten Anteil an Spielen machen die sogenannten Casual Games aus. Etwa 49 Prozent aller Spiele werden in den USA mit einem "E" gekennzeichnet. Der Buchstabe steht für Everyone und wird damit mit keiner einschränkenden Alterskennzeichnung versehen.

Viele der Zahlen erinnern an das Vorjahr. Nur einzelne Werte stechen im Ausnahmejahr 2020 hervor. So gaben 74 Prozent der Eltern an, mit ihren Kindern mindestens einmal pro Woche Videospiele zu konsumieren. Das ist ein Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In einem Interview mit dem Magazin "IGN" erklärt der ESA-Präsident Stanley Pierre-Louis, wie sehr ihn diese Entwicklung freue. "Wir empfehlen Eltern immer, gemeinsam mit ihren Kindern zu spielen. Sowohl um zu verstehen, was gespielt wird, aber auch, um mit den Kindern gemeinsam Zeit zu verbringen."

Stanley Pierre-Louis (rechts) ist als Präsident der ESA Mitveranstalter der wichtigsten Gaming-Messe E3.
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Trend: Online-Gaming

Was sich im Jahr 2020 ebenfalls stark verändert hat, ist die Intensität des Online-Gaming. So gaben 77 Prozent der Spieler an, mindestens einmal pro Woche online mit anderen zu spielen. Im Jahr davor waren es 66 Prozent. 55 Prozent gaben an, mehr zu spielen als vor der Pandemie. Als Hauptgrund wird von 90 Prozent der Befragten der Spaß genannt, den Videospiele für sie bringen. 87 Prozent gaben an, dass ihr Hobby auch als Entspannung und Stressbewältigung dient.

Die Studie will die ESA nutzen, um speziell gegenüber der Politik die Relevanz von Games zu betonen. Pierre-Louis betont, dass oftmals vergessen wird, wer "der Spieler" wirklich ist. "68 Prozent aller Amerikaner spielen Videospiele. Wichtig in der Umfrage ist auch nicht, zu fragen, ob sich diese Menschen als Gamer sehen, sondern wann, wo und wie sie spielen."

Spaß am Spielen

Für Pierre-Louis sind die Zahlen ein Grund zum Feiern, da Videospiele in schwierigen Zeiten eine starke Stütze für viele Menschen waren und sind. Das Wachstum vieler Spielehersteller im Jahr 2020 zeigt ebenfalls, dass die Gaming-Branche an allen Fronten wächst. "Der Report ist wichtig, um unser Publikum in all seinen Facetten zu begreifen. Für die Politik, die Medien und die Gaming-Branche selbst. Auf diese Vielfalt, in der wir uns heute präsentieren, sollten wir stolz sein." (aam, 14.7.2021)