Britney Spears, hier nur als Pappfigur, auf einer Demonstration der #FreeBritney-Bewegung.

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Der Fall der seit 2008 unter Vormundschaft ihres Vaters Jamie stehenden Popsängerin Britney Spears wird zum Politikum. Wie der "Guardian" berichtet, liegt dem US-Repräsentantenhaus nun ein überparteilicher Gesetzesvorschlag vor, der das "kaputte Vormundschaftssystem" neu aufstellen soll. Der "Freedom and Right to Emancipate from Exploitation (Free) Act", der von der Republikanerin Nancy Mace und des Demokraten Charlie Crist erarbeitet wurde, soll dafür sorgen, dass unter Vormundschaft stehende Personen ohne den Beweis von Missbrauch erbringen zu müssen einen anderen Vormund beantragen können als jenen, der ihnen gerichtlich zugewiesen wurde. "Wie einer Frau wie Britney Spears ganz grundsätzliche Menschenrechte entzogen werden, sollte illegal sein", sagt Mace.

Neuer Anwalt

Spears und die #FreeBritney-Bewegung werden diesen Vorstoß mit Genugtuung aufnehmen. Bereits vorige Woche gelang der Musikerin ein Etappensieg. Die 39-Jährige durfte einen eigenen Anwalt wählen und wird nun von einem Prominenten-Anwalt, Mathew Rosengart, vertreten, der nun "rasch und aggressiv" vorgehen will, um Jamie Spears als Vormund seiner Tochter loszuwerden. Ein schockierendes Zeugnis legte – wenn auch nicht vor Gericht, sondern gegenüber der britischen Boulevardzeitung "The Sun" – ein ehemaliger Bodyguard der Sängerin ab. Der ehemalige Polizist Fernando Flores will Zeuge geworden sein, wie Spears Drogencocktails aus Antipsychotika und Antibabypille verabreicht wurden, weiters berichtet er von ständiger Überwachung und Kontrolle durch den Vater.

Britney schweigt nicht mehr

Auch selbst äußert sich Britney Spears laufend zu ihrem Fall. "Ich werde nie in der Lage sein, loszulassen und weiterzumachen, bis ich alles gesagt habe, was ich sagen musste ... und ich bin nicht annähernd so weit!", schrieb die 39-Jährige am Dienstag auf Instagram.

Am vergangenen Wochenende hatte die Sängerin in einem langen Instagram-Post deutliche Kritik an der Vormundschaft, ihrem Umfeld und ihrer Familie geübt. "Mein sogenanntes Hilfssystem hat mich sehr verletzt! Die Vormundschaft hat meine Träume zerstört", schrieb sie unter anderem. (APA, red, 22.7.2021)