Grafikkartenhersteller konnten bereits im ersten Halbjahr 2021 kaum die Nachfrage bedienen.

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Schon seit Monaten häufen sich die Meldungen, dass der Engpass an Computerchips für Verzögerungen bei diversen Auslieferungen sorgt. So war es zuletzt fast unmöglich, eine Grafikkarte zu bekommen, und auch die im November 2020 erschienenen Konsolen Playstation 5 und Xbox Series X/S sind am Markt quasi nicht verfügbar.

Laut mehreren Industriesprechern wird sich dieser Zustand auch weiterhin nicht bessern – vielleicht sogar noch verschlechtern. Wie der US-Chipriese Intel jetzt in einer Pressemeldung schreibt, wird sich die globale Halbleiterknappheit "in den kommenden Monaten noch zuspitzen". Dauern kann dieser Engpass bis ins Jahr 2023. "Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann", sagte Intel-Chef Pat Gelsinger am Donnerstag in besagter Aussendung.

Als Hauptgrund wird immer wieder die durch die Pandemie verursachte starke Nachfrage nach Computerhardware genannt. Da Computerchips mittlerweile in fast jedem technischen Gerät und in Autos verbaut werden, übersteigt die Nachfrage mittlerweile seit Monaten das Angebot.

Alternativen suchen

Firmen wie Intel haben zudem ein Problem mit ihrer Fertigung: Die Einführung modernerer Produktionsprozesse verzögert sich wegen Rückschlägen bei der Entwicklung. Zugleich wächst die Konkurrenz, die mittlerweile auch aus ehemaligen Kunden besteht, zum Beispiel Apple, die mittlerweile eigene Chips entwickeln.

Speziell die Smartphone-Branche wird laut Analysten im nächsten Jahr unter dem Chipmangel leiden. In der Automobilindustrie taucht man 2020 gerade durch dieses Jammertal, das man jedoch bis zum nächsten Jahr überwunden haben will. Grund für die Zuversicht sind die in China hochgezogenen Fabriken taiwanesischer Halbleiterfirmen, wird etwa die Ökonomin Iris Pang in einer Reuters-Meldung zitiert.

Prognosen sagen der Chipindustrie ein Wachstum von bis zu 25 Prozent im Jahr 2021 voraus. "Elektronische Geräte haben ihr bestes Jahr seit 2010," sagt dazu auch Dan Hutchenson, CEO von VLSI Research. (Reuters, red, 23.7.2021)