Hans Martin Paar moderiert "Fahndung Österreich".

Foto: Servus TV / Alexander Gruber

Wien – Das Ende Mai gestartete und zuletzt am 22. Juli ausgestrahlte ServusTV-Hauptabendformat "Fahndung Österreich" entwickelt sich zur Zufriedenheit des Salzburger Privatsenders. "Unsere Erwartungen wurden absolut übertroffen", teilte Hans Martin Paar, Info-Chef von ServusTV mit. Erfreulich seien die guten Marktanteile sowie die zahlreich eingegangenen Hinweise zu den jeweils sechs präsentierten ungelösten Kriminalfällen.

Der Privatsender kooperiert für die 90-minütigen Live-Sendungen unter anderem mit dem Innenministerium (BMI) und dem Bundeskriminalamt (BKA). "Die Ermittler vom BKA legen uns in Zusammenarbeit mit den Landeskriminalämtern und Ministerien eine Vorauswahl von Fällen vor, die aus ihrer Sicht relevant und dringlich sind. Wir sichten und reihen diese nach Aspekten der filmischen Umsetzbarkeit und dem dramaturgischen Mix in der Sendung", erklärte Paar die Vorgangsweise. Die Fälle werden anschließend in Form von Kurzspielfilmen oder Kriminaldokus dem Publikum präsentiert, wobei Ermittler als auch Experten im Studio Platz nehmen. Sachdienliche Hinweise zu den Fällen sind bereits während der Sendung erwünscht.

Mehr als 200 Hinweise nach erster Ausgabe

Als Reaktion auf die erste Ausgabe gingen mehr als 200 Hinweise ein. Einige konkrete drehten sich um den ältesten Cold Case Europas rund um einen vergifteten Tanzschulbesitzer in der Steiermark im Jahr 1972. Auch nach der am vergangenen Donnerstag ausgestrahlten zweiten Sendung lieferte das Publikum Hinweise – etwa in Bezug auf einen Raubmordversuch an einem Taxifahrer in Wiener Neustadt im Jahr 2009. "Unsere Kooperationspartner beim BMI hatten aufgrund der Erfahrung mit ähnlichen Formaten nicht mit einer so großen Beteiligung der Bevölkerung gerechnet. Der Rücklauf bei 'Fahndung Österreich' ist beachtlich", meinte der ServusTV Info-Chef. Aus ermittlungstaktischen Gründen dürfe nichts Genaues zu den eingegangenen konkreten Hinweisen gesagt werden.

Dem Publikum liefert der Privatsender zusätzlich zu den geschilderten Fällen Tipps zur Kriminalprävention. Auch diese kommen laut Paar gut an: "Die Reaktionen aus dem Publikum sind äußerst positiv. Der Tenor lautet: Eine solche Sendung habe in Österreich gefehlt." Die erste Sendung Ende Mai kam sowohl in der Gesamtzielgruppe als auch in der Kernzielgruppe (12-49) auf 7,8 Prozent Marktanteil. Am vergangenen Donnerstag wurde dieser für ServusTV erfreuliche Wert mit 8,1 Prozent Marktanteil (12-49: 8,2 Prozent) übertroffen. Insgesamt wurden laut Senderangaben mit den beiden Sendungen 900.000 Seher erreicht. (APA, 26.7.2021)