Axel Springer/Ringier-Haus im polnischen Warschau.

Foto: Reuters, KACPER PEMPEL

Berlin/Zofingen – Axel Springer ordnet sein Joint Venture mit dem Schweizer Medienunternehmen Ringier in Osteuropa neu und konzentriert sich auf den größten Markt Polen. Das deutsche Medienhaus gibt seine bisher mit Ringier geführten Aktivitäten in Ungarn, Serbien, der Slowakei sowie den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen an Ringier ab. Das teilten Axel Springer und Ringier am Mittwoch mit.

"Im Rahmen der Wachstumsstrategie fokussiert sich Axel Springer auf das Digitalgeschäft in großen strategischen Märkten. Der Investitionsschwerpunkt im Segment News Media liegt in Deutschland, den USA und Polen", erläuterte das Unternehmen in der Mitteilung. "Dementsprechend bleibt das erfolgreiche Joint Venture zwischen Ringier und Axel Springer in Polen unverändert bestehen."

Seit der Gründung der Ringier Axel Springer Media AG im Juli 2010 hatte sich das Joint Venture zwischen der Ringier AG und der Axel Springer SE zu einem der größten Medienunternehmen in Mittel- und Osteuropa mit rund 3.100 Beschäftigten entwickelt. Das Portfolio umfasst mehr als 200 Digital- und Printprodukte.

Kernbereich und große Märkte

"Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie werden wir uns auf unsere strategischen Kernbereiche und große Märkte fokussieren", erläuterte der Vorstand News Media bei Axel Springer, Jan Bayer. "Dazu zählt Polen mit rund 40 Millionen Menschen." Als Joint-Venture-Partner konzentrieren sich Axel Springer und Ringier in Osteuropa zukünftig ausschließlich auf den polnischen Markt.

Mit dem Erwerb der Anteile von Axel Springer am Joint Venture in den betroffenen Ländern treibe Ringier seine internationale Wachstums- und Investitionsstrategie im Bereich der digitalen Marktplätze und der Medienmarken weiter voran. Durch die Investition stärke Ringier zudem seine bestehenden Aktivitäten in Rumänien und Bulgarien, hieß es. Die Transaktion sei ein Bekenntnis zu einem langfristig angelegten Engagement als moderner Medieninvestor in Osteuropa, wird Ringier-Chef Mark Walder in der Mitteilung zitiert. Serbien, die Slowakei und Ungarn böten eine gute Basis für den Ausbau der digitalen Sportmedien-Strategie.

Die Übernahme der Aktienanteile soll im Verlauf des Jahres 2021 abgeschlossen sein, so die Mitteilung. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Über den Verkaufspreis und die Bewertung der übernommenen Unternehmensanteile wurde Stillschweigen vereinbart.

Ringer und Axel Springer hatten im Juli 2010 eine Unternehmenskooperation gegründet. Axel Springer brachte seine Tochtergesellschaften in Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn ein. Ringier steuerte sein Geschäft in Serbien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn bei. Das Joint Venture entwickelte sich zu einem der größten Medienunternehmen in Mittel- und Osteuropa mit rund 3.100 Mitarbeitenden. Es umfasste mehr als 200 Digital- und Printprodukte. (APA, 28.7.2021)