Die NSO Group geriet in jüngster Zeit verstärkt in die Kritik.

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Vertreter verschiedener israelischer Behörden haben am Mittwoch die Büroräumlichkeiten des Sicherheitsunternehmens "NSO Group" besucht. Das verlautbarte das Verteidigungsministerium auf seinem offiziellen Twitterkanal.

Das Vorgehen der israelischen Regierung steht im Zusammenhang mit den schweren Vorwürfen, die in den vergangenen Tagen gegen die Überwachungssoftware Pegasus öffentlich wurden, die durch NSO vertrieben wird. Zahlreiche Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle sollen in mehreren Staaten durch Pegasus ausgespäht worden sein. Das Programm erlaubt es den jeweiligen Behörden unter anderem die Kamera oder auch das Mikrofon des Mobiltelefons einzuschalten und zu verwenden.

NSO zeigt sich furchtlos

"Wir können bestätigen, dass Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums unsere Büros besucht haben", bestätigte ein Sprecher des Unternehmens dem Onlineportal "The Record". Man begrüße die Inspektion, wie es weiter heißt. NSO legen größten Wert auf Transparenz und gute Zusammenarbeit mit den israelischen Behörden. "Wir sind uns sicher, dass diese Untersuchung zeigen wird, dass die Fakten, die das Unternehmen immer wieder gegen die falschen Vorwürfe in jüngsten Medienattacken vorgebracht hat, stimmen", sagt der Sprecher.

Details zu dem Besuch wurden nicht öffentlich.

Verteidigungsminister in Paris

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat sich zu Pegasus bei seinem Besuch in Paris geäußert. Gantz habe seiner französischen Kollegin Florence Parly bei einem Treffen versichert, dass Israel die Vorwürfe sehr ernst nehme, teilte eine Sprecherin mit.

Israel erteile beim Cyber-Export nur Genehmigungen an Staaten, es sei auch nur der Einsatz im Kampf gegen Terrorismus und Verbrechen erlaubt, sagte Gantz den Angaben zufolge ferner. Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte angekündigt, Parly werde das Treffen nutzen, um Gantz zu fragen, was die israelische Regierung über die Aktivitäten der Kunden von NSO wisse. Sie wolle außerdem erfahren, welche Schritte eingeleitet wurden oder noch werden, um eine solch intrusive Nutzung des Tools zu verhindern.

Marokkos Botschafter in Paris hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach ein Sicherheitsdienst seines Landes den französischen Staatschef Emmanuel Macron für eine mögliche Ausspähung ins Visier genommen haben soll. Macron hatte ein Krisentreffen des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung einberufen, um über Konsequenzen zu beraten. (red, APA, 28.7.2021)