Vor allem aus Tunesien fliehen die Menschen übers Meer.

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Rom – Die süditalienische Insel Lampedusa verzeichnet erneut stark steigende Zahlen von Migrantenankünften. 15 Boote mit rund 250 Menschen an Bord trafen allein am Donnerstag auf Lampedusa ein. Rund 1.000 Menschen hielten sich im Hotspot der Insel auf, dabei ist die Flüchtlingseinrichtung für lediglich 250 Personen konzipiert. Die meisten Boote fahren derzeit von Tunesien ab.

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio erklärte sich über die Lage in Tunesien besorgt. "Wir beobachten mit größter Aufmerksamkeit die Folgen der Beschlüsse des tunesischen Präsidenten Kais Saied", erklärte Di Maio vor dem Parlament in Rom am Donnerstag. Es sei wichtig, dass in Tunesien die Verfassung respektiert und dem Parlament erlaubt werde, seine Funktionen auszuüben, sagte Di Maio. Italien befürchtet eine weitere Zunahme der Migrationsströme in Richtung Sizilien und Lampedusa wegen der politischen Krise in Tunesien.

Entlassungen durch den Staatschef

Staatschef Kais Saied hatte am Sonntag Regierungschef Hichem Mechichi abgesetzt und die Aussetzung der parlamentarischen Arbeit sowie die Aufhebung der Immunität aller Abgeordneten angeordnet. Seit Sonntag setzte Saied zahlreiche weitere ranghohe Regierungsbeamte ab, darunter die Minister für Verteidigung und Justiz. International löste die Krise Sorge um die Demokratie in dem einstigen Musterland des Arabischen Frühlings aus. (APA, 29.7.2021)