Vorgesetzte des Opfers werden beschuldigt, die Angelegenheit nicht ernst genommen zu haben.

Foto: AP/ Mark Lenniham

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat einen des sexuellen Übergriffs verdächtigten Manager entlassen und will nun stärker gegen Belästigungen am Arbeitsplatz vorgehen. Dies gab Alibaba am Montag bekannt.

Zum trinken gezwungen

Allerdings stand das Unternehmen da schon medial wegen Inaktivität stark unter Beschuss. Denn Alibaba agierte erst, nachdem das Opfer – eine Mitarbeiterin – im internen Firmennetzwerk ihren Manager und einen Kunden des sexuellen Übergriffs beschuldigte und erklärte, Vorgesetzte wie auch die Personalabteilung hätten die Angelegenheit nicht ernst genommen und seien fünf Tage lang nicht tätig geworden. Zudem sei sie zum Trinken gezwungen worden.

Firmenchef Daniel Zhang schrieb in einem von Reuters eingesehenen Blogpost an Mitarbeiter, dass die Polizei inzwischen ermittelt. Zudem sprach er davon, unternehmensweit Präventionstrainings anbieten zu wollen. Konkret hieß es: "Dieser Vorfall ist eine Demütigung für alle Mitarbeiter von Alibaba. Wir müssen uns neu erfinden und wir müssen uns ändern."Neben Medien und Öffentlichkeit fordern mittlerweile auch Mitarbeiter Gerechtigkeit und Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt. Eine interne Chat-Gruppe beim Messenger DingTalk zählte am Sonntag mehr als 6000 Mitarbeiter.

Die Wettbewerbsbehörden nehmen Alibaba bereits seit einiger Zeit unter die Lupe. Erst im März wurde das Unternehmen mit einer Milliardenstrafe wegen wettbewerbsschädlichen Verhaltens belegt. (APA, 9.8.2021)