Barbara Eden als Flaschengeist in "Bezaubernde Jeannie"

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Am 23. August wird die Schauspielerin 90 Jahre alt.

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2013 war sie in Wien zu Gast beim Life Ball, hier mit Ex-US-Präsident Bill Clinton.

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Los Angeles – Als Flaschengeist Jeannie im bauchfreien Chiffon-Kostüm wurde sie vor über 50 Jahren berühmt. Bis heute ist Barbara Eden das "Bezaubernde Jeannie"-Image nicht leid. Im Gegenteil: Die amerikanische Schauspielerin, die am Montag (23. August) ihren 90. Geburtstag feiert, erinnert sich gerne an die augenzwinkernde Fantasyfigur, die dem Astronauten Major Nelson (gespielt von "Dallas"-Bösewicht Larry Hagman) in der 60er-Jahre-Fernsehserie den Kopf verdrehte.

"Ich bin stolz auf sie und habe überhaupt keine Probleme mit ihr", versichert Eden kurz vor ihrem 90. Geburtstag im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Ich mag Jeannie wirklich", sagt die Schauspielerin. Beim Serienstart 1965 galten strenge Regeln. Das orientalische Kostüm musste züchtig sein: Bikinioberteil und Pluderhosen, dazwischen nackter Bauch, aber der Bauchnabel durfte nicht zu sehen sein. "Das war etwas Anderes, auch wegen der Fantasygeschichte im Stil von Tausendundeiner Nacht. Ich hatte vorher schon eine Menge sexy Mädchen gespielt, aber keines davon im Chiffon-Outfit."

Mit 81 Jahren schlüpfte Eden noch einmal in das bauchfreie Kostüm mit Haremshose und Kopfschleier. Beim Life Ball in Wien stand sie 2013 als Jeannie auf der Bühne. "Das war mutig", lacht die Schauspielerin. Sie tat es für einen guten Zweck. Es war eine Benefiz-Veranstaltung zugunsten HIV-infizierter Menschen.

Kinderbuch

Auch ihr erstes Kinderbuch ("Barbara and the Djinn"), das Eden Anfang August herausbrachte, dreht sich um Flaschengeister und um ein lesebegeistertes Mädchen. Sie selbst sei als Kind in eine Bücherwelt geflüchtet. "Ich war nie alleine, mir war nie langweilig", meint Eden.

Mit ihrem dritten Mann, einem Architekten, und mit dem Labradoodle Bentley lebt die Schauspielerin in Beverly Hills. Ihr Haus sei mit vielen bauchigen Flaschen dekoriert. "Leute schicken mir Flaschen zu", erzählt sie lachend. Von Ruhestand will sie nichts wissen. "Ich arbeite gerne. Ich liebe es, Menschen zu treffen, egal ob ich Theater spiele, singe, oder bei Dreharbeiten." Wegen der Pandemie habe sie leider alle Auftritte absagen müssen, klagt Eden. Aber sie plane schon Projekte für danach.

"Dumm, sich nicht impfen zu lassen"

Im vorigen Jahr waren Eden und ihr Mann an Covid-19 erkrankt. "Wir hatten großes Glück", sagt die Schauspielerin. Sie seien gleich mit einer Antikörpertherapie behandelt und inzwischen auch vollständig geimpft worden. "Es ist einfach dumm, sich nicht impfen zu lassen", betont Eden – "und rücksichtslos anderen Menschen gegenüber".

Der Weg zum Jeannie-Star war nicht leicht. Wegen einer Sehstörung trug sie als Kind eine Brille mit Augenklappe. Die Mutter verordnete dem schüchternen Mädchen Gesangsstunden. Als Teenager wollte die im US-Staat Arizona geborene und in San Francisco aufgewachsene Eden zunächst Sängerin werden. Sie nahm Schauspiel- und Tanzunterricht und wurde auf einer Clubbühne von einem Filmproduzenten entdeckt. Es folgten erste Fernsehauftritte und kleine Kinorollen, darunter "Flammender Stern" (1960) mit Elvis Presley. Mit "I Dream of Jeannie" wurde 1965 dann der Traum vom Ruhm wahr.

Depressionen, Drogentod des Sohnes

Es war kein reines Glamourleben, wie Eden 2012 in ihren Memoiren mit dem Titel "Jeannie Out of the Bottle" (etwa: Jeannie aus der Flasche) schildert. Darin schreibt sie auch über Depressionen und erfolglose Jahre, über zwei gescheiterte Ehe und den Drogentod ihres einzigen Sohnes. Matthew, aus der Ehe mit Schauspieler Michael Ansara, kam 2001 im Alter von 35 Jahren durch eine Überdosis Heroin ums Leben. Eden setzte sich danach verstärkt für Suchtkranke und andere Hilfsprojekte ein.

Als Flaschengeist Jeannie konnte sie mit einem Augenzwinkern alle Wünsche erfüllen. Was würde sie sich zum 90. Geburtstag wünschen? "Dass die Menschen erkennen, wie ähnlich wir uns alle sind und wie wir eigentlich so viele Gemeinsamkeiten haben, egal welcher Hautfarbe", sinniert Eden. Die eigenen Geburtstage hätten ihr nie viel bedeutet, doch in diesem Jahr würden alle so viel Trara darum machen, witzelt Eden. Sie plane nur eine kleine Feier mit Familie und engsten Freunden – "und rosa Champagner und sehr viel Kuchen". (APA, dpa, 17.8.2021)