Was man über das Land am Hindukusch wissen muss

Afghanistan liegt zwischen Zentral- und Südasien. Es grenzt an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und China. In Afghanistan leben rund 38 Millionen Menschen. Kabul ist die Hauptstadt und zugleich auch die größte Stadt des Landes. Sie hat vier Millionen Einwohner. Die Menschen in Afghanistan sprechen Paschtu, Dari (Persisch) und noch viele weitere Sprachen. Die Währung des Landes nennt man Afghani. Ein Großteil von Afghanistan ist von Gebirge bedeckt, dem Hindukusch. Im Sommer ist es sehr heiß und trocken. In den Bergen leben Steinböcke, Murmeltiere und sogar einige Schneeleoparden. Sie sind jedoch vom Aussterben bedroht. In den Steppenlandschaften gibt es unter anderem Hyänen, Gazellen und Schakale. Viele Menschen in Afghanistan leben von der Landwirtschaft, die meisten sind jedoch sehr arm. Viele Jahre lang herrschte Krieg.

Am Flughafen von Kabul warten viele Leute darauf, dass sie das Land mit Flugzeugen verlassen können. Auch viele Kinder sind dabei.
Foto: Mark Andries/U.S. Marine Corps/Handout/Reuters

Wer sind die Taliban?

Afghanistan ist seit vielen Jahrzehnten ein hartumkämpftes Land. 1996 haben die Taliban erstmals die Macht ergriffen. Sie sind eine islamistische Gruppe. Der Islam ist wie das Christentum eine Weltreligion. Seine Anhänger nennt man Muslime. Islam und Islamismus sind aber nicht das Gleiche. Islamisten sind zwar Muslime, sie wollen aber auch andere Menschen dazu zwingen, sich an ihre strengen Regeln zu halten. Die Taliban sind besonders radikal. Unter ihrer Herrschaft durften Mädchen nicht zur Schule gehen und Frauen keinen Beruf ausüben. 2001 gab es in den USA einen schrecklichen Terroranschlag. Er wurde von Osama bin Laden geplant. Die USA marschierten daraufhin in Afghanistan ein, da die Taliban bin Laden unterstützt haben sollen. Sie wurden vertrieben, und die Soldaten blieben 20 Jahre lang im Land. 2021 zogen die Soldaten ab, und die Taliban kehrten zurück.

Wie geht es nun weiter?

Nachdem die Taliban die Macht übernommen haben, herrscht in der Bevölkerung nun Angst. Viele befürchten, dass sie sich wieder an strenge Regeln halten müssen. Wenn sie das nicht tun, könnten ihnen harte Strafen oder sogar der Tod drohen. Viele Menschen versuchen daher nun das Land zu verlassen. Einige konnten mithilfe von Flugzeugen aus dem Ausland in Sicherheit gebracht werden. Doch es dürfen nicht mehr viele Flugzeuge in Kabul landen. Die Taliban haben versprochen, dass sie dieses Mal milder regieren werden und Frauen mehr Rechte haben sollen. Doch viele Afghanen und Politiker anderer Länder glauben ihnen das nicht. Mehrere Länder planen daher, Geflüchtete aus Afghanistan aufzunehmen. Österreich will das nicht. Innenminister Karl Nehammer fordert, dass Afghanistans Nachbarländer die Menschen aufnehmen. Die Länder sollen dafür mit Geld unterstützt werden. (Birgit Riegler, 22.8.2021)