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Werte deutsche Leserinnen und Leser! Wenn ihr hierorts richtig heimisch werden wollt, dann lernt die Redewendung "jemandem geht ein Achtel ab" auswendig und prägt sie euch auf ewig ein. Sie bedeutet "sich über etwas ungemein freuen" und basiert auf der feinen Beobachtung, dass Lustempfindungen, vor allem sexuelle, traditionell mit der Absonderung von Körperflüssigkeiten liiert sind. "Mir geht ein Achtel ab": Das ist, wenn es denn so etwas gibt, der österreichische Sager schlechthin.

Künftig wird das sprichwörtliche Achtel allerdings auf ein Viertel aufgedoppelt werden müssen, denn es naht etwas heran, bei dem sich niemand in diesem Land wird zurückhalten können, das größte Social Event seit der Auferstehung Jesu und der Schlacht bei Königgrätz. Nach der Lektüre des Kolumnentitels wissen Sie bereits, worum es geht: Bastis Hochzeit, was sonst. Alle Paparazzi, die Brüder und Schwestern vom Boulevard und sämtliche sonstigen Angehörigen der spechtelnden Berufe werden nicht einmal mit einem Viertel das Auslangen finden, sondern täglich lustvoll ein Quantum von einem halben Liter oder mehr ergießen.

Mutmaßungen über die Umstände der Verehelichung schießen seit Wochen ins Kraut: Wird sie im Stephansdom stattfinden? In Mariazell? Auf dem Großglockner? In einem Bewirtungsbetrieb von Martin Ho, einer sogenannten Ho-Hütte? In den Büroräumlichkeiten von René Benko? In der Redaktion der Krone? Oder, der Überraschung halber, an einer völlig unvermuteten Location: einem Heustadl in Linz-Urfahr? Einem Kreisverkehr in Hollabrunn? Oder gar im Kitzlochzu Ischgl?

Auch über die Person von Kurzens Trauzeuge besteht noch Unsicherheit, was naturgemäß Spekulationen nährt. Ist es Fleischmann, Frischmann, Bonelli oder doch Thomas Schmid? Der alte Fellner oder der junge? Nichts Genaues weiß man nicht, nur so viel ist sicher: Ein frischgfangter Afghane wird es gewiss nicht sein.

Auch ich habe wacker recherchiert und kann der Leserschaft dieses verraten: Einzelheiten des Hochzeitsmenüs stehen fest. Zum Auftakt gibt es ein kalorienarmes Schaumsüppchen; mit schönen Versprechungen gefüllte Vol-au-Vent-Pasteten; kalten Fisch im Gel-Töpfchen und zum Nachtisch Windbeutel. Weitere Exklusiventhüllungen des Krisenkolumnisten folgen. Versprochen. (Christoph Winder, ALBUM, 4.9.2021)