Die junge Elefantendame Iqhwa im Zoo von Schönbrunn in Wien kann auf Kommando tröten.

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Elefanten sind nicht nur dazu in der Lage, zahlreiche völlig unterschiedliche Laute von sich zu geben – vom unhörbaren Infraschall-Brummen bis zum typischen hochfrequenten Trompeten – , sie können auch mit verschiedenen Lautäußerungen auf Wortsignale von Menschen antworten. Eine entsprechende Bestandsaufnahme haben nun Wiener Verhaltensforscher bei Elefantenbetreuern und ihren Schützlingen in Zoos, Reservaten und Tierschutzstiftungen in Österreich, Deutschland und Afrika gemacht. Diese lehrten die Dickhäuter, auf Geheiß zu tröten, prusten, grummeln, schnauben und quietschen, wie die Forscher in einer Themenausgabe der Fachzeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society" berichten.

Belohnte Lautäußerung

Angela Stöger und Anton Baotic vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien beobachteten bei den Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) und ihren Trainern, wie akkurat die Vierbeiner gelernt hatten, auf die Signale der Zweibeiner die passenden Laute von sich zu geben. Die Elefantendame Iqhwa im Zoo Schönbrunn in Wien kann zum Beispiel auf Kommando tröten und Mogli im Dresdner Zoo zusätzlich schnauben. Der Elefantenbulle Jabu in der "Living with elephants foundation" in Botswana beherrscht gar sieben Möglichkeiten, sich akustisch zu artikulieren. Manche der Laute hatte er laut den Betreuern von sich aus "erfunden", um eine Belohnung dafür zu erhalten.

"Keiner der Elefanten wurde speziell für diese Studie trainiert, und in den verschiedenen Einrichtungen waren die Trainingsmethoden recht unterschiedlich", so die Forscher in der Fachpublikation. Es wurde aber überall nur mit "positiver Verstärkung" gearbeitet, die Dickhäuter erhielten also Belohnungen für das Lärm machen wie Futter, Lob und Streicheleinheiten.

Probates Lautäußerungs-Lernen bestätigt

Insgesamt antworteten die 13 beobachteten Dickhäuter in mehr als 96 Prozent der Zwiegespräche von Mensch und Elefanten korrekt, berichten die Wissenschafter. Sie erfüllten in den Beobachtungen alle drei unterschiedlich schwierigen, in der Fachwelt geforderten Anforderungen, dass man von probatem Lautäußerungs-Lernen sprechen kann.

Das umfasst Töne auf ein Signal hin zu produzieren. Jabu und seine Gefährtin Morula haben zusätzlich gelernt, beim Belohnungssignal "in Ordnung" ("alright") wieder still zu sein. Und schließlich konnten einige Elefanten mehrere unterschiedliche Lautsignale auf verschiedene Kommandos hin ausführen. (red, APA, 7.9.2021)