Frauen.

Frauen gehen in Kabul auf die Straße, um kundzutun, dass sie sich dem Taliban-Regime und seinen Regeln widersetzen, sich so schnell nicht unterkriegen lassen werden. Sie demonstrieren für ihre (Menschen- und Freiheits-) Rechte, für ein selbstbestimmtes Leben. Und sie demonstrieren damit vor allem eines: Mut. Großen Mut.

Frauen demonstrieren in Kabul für ihre (Menschen- und Freiheits-) Rechte.
Foto: REUTERS

In den USA, wo man die Lage in Afghanistan völlig falsch eingeschätzt und die Augen vor dem absehbaren Unheil weit geschlossen hatte, wird derweilen die Frau des Präsidenten gefeiert. Trotz ihres First-Lady-Status wird sie wieder ein paar Stunden pro Woche ihrer Arbeit nachgehen. Noch nie da gewesen so etwas, sagt man. Toll. Wirklich toll.

In Europa, wo man die Lage Afghanistans ebenfalls verkannt hat, wird derweilen nachgedacht. Es geht um die Frage, ob und wie man besonders gefährdete Frauen, die sich exponiert haben als Frauenrechtlerinnen oder Journalistinnen oder in der Politik aus Afghanistan retten kann. Toll. Wirklich toll.

Österreich wird da freilich nicht mittun: Unser Boot ist voll. Und mutige Frauen haben wir selbst: etwa in der Regierung hinterm Kanzler oder im Freibad, wo sie ein Eckerl männerfrei halten wollen. Toll. Wirklich toll.

Vielleicht finden sich trotzdem ein paar besonders Mutige, die den Heldinnen aus Afghanistan beistehen wollen, zumindest nicht wegschauen werden. Das schaffen wir, wetten? (Renate Graber, 8.9.2021)