Maria Aljochina (links) und Nadeschda Tolokonnikowa, Aktivistinnen der russischen Band Pussy Riot.

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Moskau – Ein bekanntes Mitglied der Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina, ist in Russland zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt worden. Die Entscheidung eines Moskauer Gerichts vom Freitag bedeutet für die 33-Jährige unter anderem, dass sie nachts ihre Wohnung nicht verlassen und nicht an Straßenprotesten teilnehmen darf.

Die Aktivistin war zuvor monatelang unter Hausarrest gestanden, weil sie Anfang des Jahres zu Protesten gegen die Inhaftierung des Kreml-Gegners Alexej Nawalny aufgerufen hatte. Bei den Demonstrationen soll es Verstöße gegen Corona-Auflagen gegeben haben.

Opposition: Politisch motiviert

Mit derselben Begründung waren in den vergangenen Wochen bereits Nawalnys Pressesprecherin Kira Jarmysch, seine Vertraute Ljubow Sobol sowie sein Bruder Oleg zu monatelangen Freiheitsbeschränkungen verurteilt worden. Aljochinas Anwalt kündigte an, gegen das Urteil Beschwerde einzulegen.

Die Opposition kritisiert die Gerichtsentscheidungen kurz vor der Parlamentswahl vom 19. September als politisch motiviert. Sie weist außerdem darauf hin, dass die Behörden immer wieder Massenveranstaltungen zuließen, bei denen Hygienevorschriften nicht eingehalten würden.

Aljochina war 2012 international bekannt geworden, als sie mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurde. Sie hatte mit einem Punkgebet in einer Kirche gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin protestiert. (APA, dpa, 10.9.2021)