Auch nach der Verurteilung Chauvins im Juni wurde in Minneapolis im Andenken an George Floyd demonstriert.

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Minneapolis – Der wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd zu langjähriger Haft verurteilte Ex-Polizist Derek Chauvin hat in einem weiteren Verfahren auf nicht schuldig plädiert. Der 45-Jährige wies am Dienstag vor einem Bundesgericht der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota den Vorwurf zurück, Floyds Bürgerrechte verletzt zu haben. Auch die gemeinsam mit Chauvin angeklagten Ex-Polizisten Alexander Kueng, Thomas Lane und Tou Thao plädierten auf nicht schuldig.

Chauvin war im Juni von einem anderen Gericht in Minneapolis zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden und sitzt derzeit seine Gefängnisstrafe ab. Eine Geschworenenjury hatte ihn unter anderem des Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen.

Neues Verfahren auf Bundesebene

Parallel zu dem Verfahren auf Ebene des Bundesstaats Minnesota wurde auch ein Verfahren auf Bundesebene eingeleitet. Die Bundesjustiz wirft Chauvin vor, Floyds in der Verfassung verankertes Recht verletzt zu haben, keine "unverhältnismäßige Gewalt durch einen Polizisten" erleiden zu müssen. Dies könnte zu einem weiteren Prozess führen.

Medien hatten zuvor berichtet, der 45-jährige Chauvin könnte auf schuldig plädieren, um einen neuen Prozess zu vermeiden. Letztlich plädierte er aber auf nicht schuldig.

Floyds Tod löste weltweit Proteste aus

Der weiße Polizist hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis rund neuneinhalb Minuten lang das Knie ins Genick gedrückt, obwohl der 46-Jährige wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod sorgte international für Empörung und löste über die Grenzen der USA hinaus Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Floyds Klage "I can't breathe" – "Ich kann nicht atmen" oder "Ich bekomme keine Luft" – ging um die Welt und wurde zu einem Motto der Antirassismusbewegung Black Lives Matter.

Den Ex-Polizisten Kueng, Lane und Thao, die an Floyds Festnahme beteiligt waren, soll im März auf Landesebene der Prozess wegen Komplizenschaft gemacht werden. Auch hier läuft das Verfahren parallel zu dem Verfahren der Bundesjustiz. (APA, 14.9.2021)