Eigentlich ist James Bond ja Rolex-Fan. Zumindest wenn es nach Ian Fleming, dem geistigen Vater des berühmtesten Geheimdienstlers der Welt, geht. Immerhin spielt eine Oyster Perpetual bereits seit dem elften Band "On Her Majesty's Secret Service" eine Rolle. Bei dieser Uhrenmarke blieb Fleming dann auch, wie die Kollegen von Watchtime zu berichten wissen.

Aus den Büchern schaffte es die Rolex auch auf die Leinwand. Sean Connery trägt in "Doctor No" aus dem Jahre 1962 eine Submariner. Auch in "Liebesgrüße aus Moskau" (1963) und "Goldfinger" (1964) war sie zu sehen.

"Goldfinger" (1964)
Foto: imago images/Cinema Publishers Collection

Im vierten James-Bond-Film, "Thunderball" (1965), hatte die Technikabteilung unter Q unter anderem auch eine neue Uhr für ihren 007 in petto. Es war ein modifizierter Breitling Top Time Chronograph. Dieser hatte eine praktische Zusatzfunktion als Geigerzähler, um radioaktive Strahlung zu messen. Doch auch die Rolex tauchte wieder auf.

"Diamantenfieber" (1971)
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Die Uhrencommunity rätselt unterdessen, welchen Zeitmesser der Agent in "Man lebt nur zweimal" (1967) und "Diamantenfieber" (1971) getragen hat. Die meisten Quellen sprechen von einer goldenen Gruen Precision 510 – der Privatuhr von Sean Connery. Im Streifen "Geheimdienst Ihrer Majestät" (1969) mit George Lazenby als Bond sind eine Submariner und ein Chronograph (Pre-Daytona) von Rolex zu sehen.

Die aktuelle Version der Rolex Submariner – viele Jahre war sie die treue Begleiterin von James Bond.
Foto: Rolex

"Leben und sterben lassen" (1973) brachte mit Roger Moore einen neuen Bond-Darsteller auf die Leinwand. Uhrentechnisch setzte man verstärkt auf Quarz – was sicherlich mit dem enormen Erfolg der Quarzuhr zu tun hatte. Die Pulsar P2 2900 von Hamilton mit digitaler Zeitanzeige hat ihren Auftritt. Zusätzlich kam auch noch eine spezielle Submariner zum Einsatz: Ausgestattet mit Kreissäge und starkem Magneten, half sie dem Spion aus brenzligen Situationen.

"Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974)
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Wie dem auch sei – im Bond-Streifen "Der Mann mit dem goldenen Colt" aus dem Jahr 1974 ist die Marke mit der Krone wieder fix mit auf der Leinwand. Roger Moore trägt eine Submariner und eine goldene Rolex King Midas. Drei Jahre später kam "Der Spion, der mich liebte" in die Kinos. Man setzt auf Bewährtes in Form einer Rolex GMT Master und ein Gadget in Form einer Seiko-Quarzuhr, die einen Drucker eingebaut hatte.

In den folgenden Filmen bleibt der Held der japanischen Uhrenmarke treu: In "Moonraker" (1979), "In tödlicher Mission" (1981), "Octopussy" (1983) und "Im Angesicht des Todes" (1985) schnallt sich Bond eine Seiko ums Handgelenk. Es handelt sich dabei mehr um Gadgets als um reine Zeitmesser: Sie sind mit einem Drucker ausgestattet, können Textnachrichten empfangen, dienen als Fernzünder und Peilgerät.

Die Top Time Chronograph (hier die Wiederauflage aus dem Jahr 2021) von Breitling hatte nur einen Auftritt im Bond-Universum.
Foto: Breitling

Das ändert sich 1987. In "Der Hauch des Todes" trägt Timothy Dalton eine TAG Heuer Professional Night-Dive. Nach diesem Kurzauftritt kehrt Bond mit "Lizenz zum Töten" (1989) zu Rolex zurück – es ist wieder eine Submariner.

Damit endet die Ära von Rolex, denn seit 1995 wird 007, gespielt von Pierce Brosnan, uhrentechnisch exklusiv von Omega ausgerüstet. Seine Seamaster Diver 300M in "Golden Eye" ist mit einem eingebauten Laser und einem Haftminenzünder auf dem Heliumauslassventil ausgestattet. Die Quarzuhr wurde von der Swatch-Group-Marke bereits 1993 als professionelle Taucheruhr mit einer Wasserdichtheit bis 300 Meter vorgestellt.

Omega übernimmt

Der Seamaster bleibt der Agent dann auch in den folgenden Filmen treu. In "Der Morgen stirbt nie" (1997) spielte eine weitere explosive Automatikversion der Omega Seamaster Professional 300M eine Rolle, die in "Golden Eye" zu sehen war. Dieses von Q getunte Modell verbirgt eine Sprengladung im Gehäuse, die vom Heliumauslassventil der Uhr gezündet wird.

"Die Welt ist nicht genug" (1999): Die Seamaster Professional 300M blitzt unter der Manschette hervor.
Foto: AP

In "Die Welt ist nicht genug" (1999) wird die Seamaster Professional 300M mit einer starken Leuchtquelle und einem nützlichen Enterhaken ausgestattet, der das Gewicht des Spions tragen kann.

Eine weitere Omega Seamaster Professional 300M ist in "Stirb an einem anderen Tag" (2002), Brosnans viertem Bond-Film, zu sehen. Das Heliumauslassventil dient wieder als Sprengzünder, zusätzlich wurde ein Laser eingebaut.

Eine der beiden Bond-Uhren aus "Casino Royale": Seamaster Professional 300M von Omega.
Foto: Omega

"Casino Royale" (2005): Bei seinem Debüt als Bond trägt Daniel Craig gleich zwei Omegas – die Seamaster Professional 300M und die Seamaster Planet Ocean. Die von Bond in "Ein Quantum Trost" aus dem Jahr 2008 getragene Omega Seamaster Planet Ocean kommt ohne zusätzlichen technischen Firlefanz aus.

Schutt und Asche

"Skyfall" (2012): Wieder findet sich ein neues Duo am Handgelenk von 007 – und zwar in Form der Seamaster Planet Ocean R und der Seamaster Aqua Terra. Getoppt wird das Ganze in "Spectre" (2015): Hier sind gleich drei Uhren zu sehen – die Seamaster Aqua Terra, die Seamaster 300 und, kurz, eine Vintage Omega Chronograph. Die Seamaster 300 ist bei korrekter Einstellung ein Sprengkörper, der so einiges in Schutt und Asche legen kann.

Die Seamaster Diver 300M 007 Edition Bond von Omega kommt im aktuellen Bond-Film zum Einsatz.
Foto: Omega

Im aktuellen Bond-Film "No Time to Die", der schon 2020 in die Kinos kommen sollte, begleitet eine Seamaster Diver 300M 007 Edition Bond bei seinem Abenteuer. Es ist der insgesamt 25. Bond-Film und das neunte Abenteuer, in dem der Agent eine Omega trägt. Bei der Entwicklung des 42-Millimeter-Zeitmessers aus Titan hat die Marke eng mit Daniel Craig und den Filmproduzenten zusammengearbeitet. Der Film startet in Österreich am 30. September 2021. (max, 30.9.2021)

Hier noch der Videobeweis: alle Bond-Uhren von "Dr. No" bis "Spectre" zusammengefasst in einem Filmchen.
Timepiece Chronicle