Josh O'Connor wurde als bester Hauptdarsteller für seine Verkörperung von Prinz Charles in "The Crown" ausgezeichnet.

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Los Angeles – Die Komödie "Ted Lasso" und das Drama "The Crown" sind bei der Emmy-Verleihung am Sonntagabend in Los Angeles als beste Fernsehserien des Jahres ausgezeichnet worden. Damit setzt sich der Siegeszug der Streamingplattformen im Fernsehbereich fort. "Ted Lasso" läuft auf Apple+, "The Crown" auf Netflix. Ebenfalls von Netflix produziert wurde die beste Miniserie des Jahres, "Damengambit".

Nach Jahren mit eher mäßigem Erfolg hat die vierte Staffel der royalen Geschichtsserie "The Crown" nun groß abgeräumt. Gleich in sieben wichtigen Kategorien gewann das Drama über das Leben der britischen Königin Elizabeth II den bedeutendsten Fernsehpreis der Welt.

Beste Dramaserie

Neben Auszeichnungen für Drehbuch, Regie und in allen vier Schauspielerkategorien gewann "The Crown" auch den Hauptpreis als beste Dramaserie des Jahres – es war der erste Sieg für den Streaminganbieter Netflix in dieser Kategorie überhaupt. Insgesamt kam "The Crown" zusammen mit Preisen in Nebenkategorien auf elf von über 110 vergebenen Auszeichnungen. Die meisten davon nahm das Team per Videoschaltung auf einer eigenen Party am frühen Montagmorgen in London entgegen.

Für "Ted Lasso" auch als Hauptdarsteller ausgezeichnet: Jason Sudeikis.
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In den Comedy-Kategorien war der ebenfalls in Großbritannien spielende Publikumsliebling "Ted Lasso" der große Gewinner des Abends, wenn ihm auch der ganz große Durchmarsch verwehrt blieb. Die bei Apple TV+ laufende Serie über einen US-Football-Trainer, der sich mit viel Herz im britischen Profifußball durchsetzt, gewann die Auszeichnung als beste Comedyserie. Jason Sudeikis erhielt zudem einen Emmy für seine Leistung in der Hauptrolle, genauso wie Hannah Waddingham und Brett Goldstein in den Nebenrollen. Bei Regie, Drehbuch und der besten weiblichen Hauptrolle musste sich der siebenfach ausgezeichnete "Ted Lasso" aber der HBO-Max-Serie "Hacks" geschlagen geben.

"Hacks" ausgezeichnet

Stehenden Applaus gab es dabei für die 70-jährige Jean Smart, die in "Hacks" mit grandiosem Timing und viel Verletzlichkeit eine alternde Entertainerin in Las Vegas spielt. Smart gedachte in der Dankesrede ihres sechs Monate zuvor verstorbenen Ehemanns und sagte: "Ich wäre nicht hier, wenn er seine Karriere nicht hintangestellt hätte, damit ich meine Chancen wahrnehmen konnte."

Erntete Standing Ovations: Jean Smart.
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"Hacks" zählte am Sonntag zu den wenigen eher kleineren Produktionen, die mit Auszeichnungen bedacht wurden. Mit insgesamt fast 30 Preisen für "The Crown", "Ted Lasso" und "Das Damengambit" feierten drei Serien große Erfolge, die während der Pandemie sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum exzellent ankamen – in der Vergangenheit waren die Emmys immer wieder dafür kritisiert worden, kaum gesehene Serien auszuzeichnen.

Erste Schwarze in regulärer Kategorie augezeichnet

Das von vielen erhoffte Zeichen für mehr Gleichberechtigung von Minderheiten in Hollywood blieb allerdings auch in diesem Jahr aus – alle zwölf Emmys für Haupt- und Nebenrollen gingen an Weiße. Schwarze, Indigene und Latino-Stars standen vor allem als Präsentatoren auf der Bühne.

Eine Ausnahme war die Produzentin, Schauspielerin und Choreografin Debbie Allen, deren Sieg allerdings schon vor der Sendung feststand. Allen, einst bekannt geworden als Tanzlehrerin Lydia Grant in "Fame – Der Weg zum Ruhm", erhielt als erste Schwarze den Governors Award für ihr Lebenswerk. "Ich teile diese Ehre mit so vielen Menschen, mit all den Nomaden", sagte sie.

Als erste Schwarze mit dem "Governors Award" für ihr Lebenswerk ausgezeichnet: Debbie Allen.
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Mehr als zwei Stunden dauerte es aber, bis mit Michaela Coel in einer der regulären Kategorien die erste Schwarze ausgezeichnet wurde. Die 33-Jährige Britin gewann den Preis für das beste Drehbuch einer Miniserie für das exzellent besprochene "I May Destroy You". Coel spielt darin auch die Hauptfigur Arabella, eine Autorin, die mit den Folgen eines Missbrauchs umgeht. "Schreibt die Geschichte, die euch ängstigt, die euch unangenehm ist", riet sie in ihrer mit Standing Ovations bedachten Rede. "Ich widme diesen Preis allen Überlebenden von sexuellem Missbrauch", sagte Coel.

Beste Miniserie

Für den Emmy als beste Miniserie reichte es dann für ihre Serie aber nicht, stattdessen gewann "Das Damengambit" den Hauptpreis. Produzent Scott Horberg lobte in seiner Dankesrede Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy dafür, dass sie Schach "wieder sexy gemacht" habe. Zuvor hatte bereits Regisseur Scott Frank online viel Kritik für eine überlange Dankesrede erhalten, bei der er sich dreimal gegen leise eingespielte Musik vom Band durchsetzte.

Hunderte US-Fernsehstars hatten zu Beginn der Verleihung mit dem Song "Just a Friend" des verstorbenen Rappers Biz Markie gedacht und die Kraft des Fernsehens gefeiert. "Fernsehen, du hast, was ich brauche", sangen viele der Nominierten. Markie war im Juli im Alter von 57 Jahren gestorben. Die renommierten US-Fernsehpreise wurden zum 73. Mal vergeben, nach einer pandemiebedingten Pause wieder vor Publikum. Allerdings waren nur rund 600 Menschen in einem Zelt neben dem sonst als Veranstaltungsort genutzten Microsoft Theater als Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen.

Warum ist hier ein Dach?

Weil das Zelt aber überdacht war, erschloss sich Schauspieler Seth Rogen die Vorsichtsmaßnahme nicht. "Lasst mich anfangen, indem ich sage, dass hier viel zu viele Menschen in einem Raum sind", meinte er zu Beginn der Show. "Man hat uns gesagt, die Verleihung sei draußen. Das ist sie nicht!", sagte Rogen unter Gelächter. "Warum gibt es hier ein Dach? Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht gekommen." (APA, dpa, 20.9.2021)