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Sowohl Mac Jones und seine New England Patriots, als auch Zach Wilson und seine New York Jets warten noch auf den ersten Saisonsieg. Die beiden Rookie-QBs konnten in Woche 1 ihr Talent unter Beweis stellen, sahen ihr jeweiliges Team am Ende aber auf der Verliererseite. Durch den 25:6 Erfolg der New England Patriots feierte Mac Jones auch seinen ersten NFL-Sieg.

Aber zunächst zum negativen Highlight: Zach Wilson (19/33, 210 Yards, vier INTs) erlebte einen furchtbaren Start in das Spiel. Seine ersten beiden Pässe endeten jeweils in einer Interception, ein weiterer Pick folgte noch vor der Pause. Bill Belichicks Defensive zeigte mit dem Rookie keine Gnade, in der zweiten Hälfte folgte noch Pick Nummer vier. Zudem wurde Wilson vier Mal gesacked.

Die Patriots machten nicht immer volle Punkte aus den Turnover, konnten sich aber sukzessive von den Jets distanzieren. Quarterback Mac Jones (22/30, 186 Yards) spielte eine wunderbar unspektakuläre Partie und überließ die Big Plays seinen Runningbacks, namentlich James White (fünf Carries, 20 Yards, TD, 45 Receving-Yards) und Damien Harris (16 Carries, 62 Yards, TD):

Es war kein großer Leckerbissen, aber morgen fragt auch keiner mehr nach dem wie (außer der Sieg stellt den Beginn der Hall of Fame-Karriere von Mac Jones dar, dann solltet ihr euch an dieses Spiel lieber erinnern).

New England Patriots (1-1) 25:6 New York Jets (0:2)

Teddy führt Broncos zum Sieg

Die Denver Broncos bleiben auch im zweiten Spiel mit Quarterback Teddy Bridgewater ungeschlagen. Der Spielmacher warf beim 23:13 Erfolg über die Jacksonville Jaguars 328 Yards (26/34) sowie zwei Touchdowns. An die Stelle des verletzten Nummer #1 Receivers Jerry Jeudy trat Courtland Sutton mit neun Recpetions für 159 Yards. Die Touchdowns fingen Receiver Tim Patrick (drei Receptions, 37 Yards) sowie Tight End Noah Fant (vier Receptions, 33 Yards).

#1-Draftpick Trevor Lawrence legte einen starkten Start hin und konnte sein Team gleich im Eröffnungsdrive zu einem Touchdown durch Marvin Jones (sechs Receptions, 55 Yards) führen. Der Score stellte das einzige Highlight von Lawrence (14/33, 118 Yards, TD, zwei INTs) dar, nach den schnellen und frühen sieben Punkten ging offensiv nichts mehr. Erst Returner Jamal Agnew konnte einen Kickoff zu einem Garbagetime-Touchdown retournieren. Immer noch viel zu tun für die Jaguars, die einen Weg finden müssen, Lawrence das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Denver Broncos (2-0) 23:13 Jacksonville Jaguars (0-2)

Tua verletzt, Allen auf der Suche

Nach der Auftaktniederlage der Buffalo Bills war Wiedergutmachung angesagt. Die explosive Offensive um QB Josh Allen konnte gegen die Miami Dolphins aber auch nicht den gewohnten Rhythmus wiederfinden – dennoch reichte es für einen deutlichen 35:0 Sieg. Runningback Devin Singletary (13 Carries, 82 Yards) eröffnete das Spiel mit einem Touchdown-Lauf von knapp 50 Yards. Bei Josh Allen (17/33, 179 Yards, zwei TDs, INT) ist noch ein wenig Sand im Getriebe, die Lockerheit der vergangenen Saison ist noch nicht aufzufinden. Aber solange es für Siege reicht – vor allem solche ohne Gegenpunkte – sollte man sich nicht großartig beschweren. Runningback Zack Moss (acht Carries, 26 Yards, zwei TDs) wurde in der Redzone eingesetzt, Receiver Stefon Diggs (vier Receptions, 60 Yards, TD) zeigte einmal mehr seine außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Tua Tagovailoa (1/4, 13 Yards) stellte sich den Abend anders vor. Der Spielmacher verletzte sich im ersten Viertel an den Rippen und konnte nicht weiter an der Partie teilnehmen. Jacoby Brissett (24/40, 169 Yards, INT) übernahm für ihn, konnte seinen Spielrost aber nicht schnell genug abschütteln. Am Ende war es eine – bis auf wenige individuelle Ausnahmen auf defensiver Seite – üble Leistung der Dolphins.

Buffalo Bills (1-1) 35:0 Miami Dolphins (1-1)

Defensivschlacht in Philadelphia

Die Philadelphia Eagles starteten stark in die neue Spielzeit und machten sich auch für die Partie gegen die San Francisco 49ers Hoffnungen auf einen Sieg. In einer punktearmen Partie zogen die Eagles aber mit 11:17 den Kürzeren. Lange Zeit waren die jeweiligen Punter der Teams die Stars des Abends, ehe Eagles-Quarterback Jalen Hurts (12/23, 190 Yards, 82 Rushing-Yards, TD) allen Mut zusammennahm und eine Rakete aus der eigenen Endzone zündete.

Der anschließende Ausflug in die Redzone bzw. an die 1-Yard-Linie brachte keine Punkte ein, auch weil ein versuchtes "Philly Special" im vierten Versuch nicht fruchtete.

Die 49ers konnten schließlich doch noch vor der Pause mit einem Touchdown von Jauan Jennings (zwei Receptions, 17 Yards, TD) erstmals anschreiben. In der zweiten Hälfte blieb es lange beim gewohnten Bild, erst zu Beginn des Schlussviertels konnte San Francisco die Führung durch einen Quarterback-Run von Jimmy Garoppolo (22/30, 189 Yards, TD) weiter ausbauen. Deebo Samuel fing sechs Bällen für 93 Yards. Die 49ers stehen damit bei zwei Siegen, die Eagles bei einem Sieg und einer Niederlage.

San Francisco 49ers (2-0) 17:11 Philadelphis Eagles (1-1)

Gerade so

Die unglaubliche Leichtigkeit des Spiels von Matthew Stafford sollte gegen die Indianapolis Colts eigentlich weitergehen. Nach einem fulminanten Debüt für die LA Rams vor wenigen Tagen, konnte der Veteran (19/30, 278 Yards, zwei TDs) seine hervorragende Leistung gegen die Indianapolis Colts zunächst bestätigen und sein Team zu einer Führung bringen. Ein grausamer Pick brach seinen Rhythmus ein wenig, die Defensive der Colts zeigte ihre Zähne. Seine Verbindung mit Kooper Cupp ist aber schon jetzt sehr ausgeprägt, der Receiver kam auf satte 163 Yards Yards und zwei Touchdowns. Darrell Henderson lief für 53 Yards bei 13 Carries und einem Touchdown. Richtig separieren konnten sich die Rams aber nicht, die Colts erwiesen sich als Gegner auf Augenhöhe.

Indianapolis stand sich lange Zeit selbst im Weg. Carson Wentz (20/31, 247 Yards, TD, INT) konnte seine Offensive früh über das Feld bewegen und fand sich auch zwei Mal in der Redzone der Rams wieder. Nur um dann mitanzusehen, wie die Rams entweder einen Stopp erzwingen konnten oder das Ei per Interception unter Kontrolle brachten. Statt möglichen 14 Punkten, stand kein einziger auf der Anzeigetafel. Die Leistung der zweiten Hälfte macht aber Mut, Wentz und seine Mitspieler konnten sich hier deutlich effizienter zeigen und auch den Weg in die Endzone finden. Michael Pittman (acht Receptions, 123 Yards) mutiert zum Receiver #1, Zach Pascal (fünf Receptions, 38 Yards) kam auf einen Touchdown.

Größtes Problem bleibt aber die Verletzungsanfälligkeit von Wentz, der in der entscheidenden Phase seinem Team nicht zur Verfügung stehen konnte. Jacob Eason (2/5, 15 Yards, INT) wurde für ihn aufs Feld geschickt und konnte nichts mehr an der 24:27 Niederlage ändern.

Szene des Spiels war natürlich der fehlgeschlagene Punt der Rams, der die Colts das Ei in der Endzone erobern und auch erstmals an diesem Abend in Führung gehen ließ.

Los Angeles Rams (2-0) 27:24 Indianapolis Colts (0-2)

Raiders auf gutem Weg

Nach dem Overtime-Krimisieg der Las Vegas Raiders gegen die Baltimore Ravens, sollten mit den Pittsburgh Steelers die nächsten Gegner aus der AFC North fallen. Und so kam es auch, die Raiders setzen sich mit 26:17 bei den Steelers durch.

Auch in diesem Spiel ging ein Quarterback zu Boden, Derek Carr (28/37, 382 Yards, zwei TDs) blieb nach einem Hit bei seinem Touchdown-Pass auf Foster Moreau (zwei Receptions, 34 Yards) längere Zeit liegen, konnte aber wieder weitermachen. Der Quarterback zeigte eine tadellose Leistung, verteilte die Bälle fast gleichermaßen auf seine Passfänger Henry Ruggs (fünf Receptions, 113 Yards, TD), Darren Waller (fünf Receptions, 65 Yards), Hunter Renfrow (fünf Receptions, 57 Yards) und Kenyan Drake (fünf Receptions, 46 Yards).

Die Steelers verloren nicht nur das Spiel, sondern auch TJ Watt. Der Star-Pass Rusher kämpfte mit einer Leistenverletzung und kam nur wenige Minuten zum Einsatz. Offensiv zeigte Ben Roethlisberger (27/40, 295 Yards, TD, INT) seine beiden Gesichter: Entweder ultrapräzise oder ultraungenau auf tiefen Pässen. Dass sich Leading-Receiver Diontae Johnson (neun Receptions, 105 Yards) auch noch im letzten, für den Spielausgang unbedeutenden Play der Partie am Knie verletzte, untermalt nur den bitteren Abend Pittsburghs. Immerhin konnte Rookie-Runningback Najee Harris über seinen ersten NFL-Touchdown jubeln.

Die Raiders starten ultraheiß in die neue Saison. Carr und Coach Jon Gruden scheinen endlich einen gemeinsamen Nenner gefunden zu haben. Man darf optimistisch sein, auf Grund der Einbrüche in der zweiten Saisonhälfte in den vergangenen Jahren rate ich aber zur Vorsicht.

Las Vegas Raiders (2-0) 26:17 Pittsburgh Steelers (1-1)

Fields muss einspringen

Den Chicago Bears wurde die mühsame Frage nach dem Starting-Quarterback fast abgenommen. Andy Dalton (9/11, 56 Yards, TD) bekam den Start gegen die Cincinnati Bengals und konnte seine Mannschaft auch durch einen Touchdown-Pass auf Allen Robinson (zwei Receptions, 24 Yards, TD) mit 7:0 in Führung bringen, ehe er sich im zweiten Viertel verletzte. Rookie Justin Fields (6/13, 60 Yards, INT) musste zwangsläufig übernehmen. Dalton konnte aber wenig später wieder übernehmen, fand aber nur sehr schwer in einen brauchbaren Rhythmus und wurde schlussendlich wegen der Knieverletzung wieder auf die Bank gesetzt.

Die Cincinnati Bengals setzen sich vergangene Woche in der Verlängerung gegen die Minnesota Vikings durch und wollten gegen die Bears an den Erfolg anschließen. Joe Burrow (19/30, 207 Yards, zwei TDs, drei INTs) fand aber kein Mittel gegen die Defensive der Bears, wurde gar einmal von Roquan Smith gepickt, der mit dem Ei auch gleich in die Endzone lief. Generell ein fantastisches Spiel des Linebackers mit acht Tackles, einem Sack, QB Hit und einem Tackle für Raumverlust. Bis zu diesem Zeitpunkt stand es 10:3 aus Sicht der Bears, wodurch die Zeichen auf Sieg standen. Zwei weitere Picks von Burrow sollten die Niederlage der Bengals in Chicago eigentlich besiegeln, die Bears ließen den Gegner aber noch einmal gewähren: Ja’Marr Chase (zwei Receptions, 54 Yards, TD) verkürzte zunächst auf 10:20, ehe Justin Fields ebenfalls eine Interception warf und so das Spiel noch einmal spannend machte. Burrow fand Tee Higgins (sechs Receptions, 60 Yards, TD) in der Endzone – es roch nach Showdown. Der blieb aus, Fields spielte die Partie gekonnt nach Hause, Chicago gewann 20:17.

Zwei Takeaways: Die Bears und ihre Quarterbacks – es bleibt verzwickt. Die Bengals hingegen müssen schauen, dass sie Burrow schützen können. Wie schon in der vergangenen Saison hält die Line keinerlei Druck stand, Burrow wurde vier Mal gesacked und ständig unter Druck gesetzt.

Cincinnati Bengals (0-2) 17:20 Chicago Bears (1-1)

Favorit setzt sich durch – mit Schrecksekunde

Die Cleveland Browns setzen sich gegen die wohl größte Überraschung des ersten Spieltags – die Houston Texans – mit 31:21 durch. Es war kein einfaches Spiel für die Browns, die Texans zeigten offensiv lange ihre beste Seite und fanden nahezu auf alles eine Antwort. Zudem verletzte sich Quarterback Baker Mayfield (19/21, 213 Yards, TD, INT, Rushing-TD) im zweiten Viertel an der Schulter, nachdem er zunächst eine Interception warf und den returnenden Gegenspieler selbst tackelte. Zur Erleichterung der Fans konnte Mayfield aber weiterspielen und auch gleich selbst zu einem Touchdown laufen. Runningback Nick Chubb (elf Carries, 95 Yards, TD) sowie Andy Janovich und Demetric Felton (zwei Receptions, 51 Yards, TD) fanden ebenfalls den Weg in die Endzone.

Den Houston Texans muss man in erster Linie ein ganz großes Kompliment machen. Trotz der Umstände um Deshaun Watson und dem großen Umbruch in der Offseason, scheinen Spieler und Coaches an einem Strang zu ziehen. Sie spielen beherzt und geben keine Partie auf. Quarterback Tyrod Taylor (10/11, 125 Yards, TD, Rushing-TD) konnte sich gegen sein Ex-Team beweisen, ehe er sich kurz nach der Pause verletzte und von Rookie Davis Mills (8/18, 102 Yards, TD, INT) ersetzt werden musste. Der spielte ebenfalls ohne großen Respekt auf und konnte sein Team auch zu einem Touchdown durch Brandin Cooks (neun Receptions, 78 Yards, TD) führen.

Houston Texans (1-1) 21:31 Cleveland Browns (1-1)

Divisionsduell an Carolina

Die Carolina Panthers baten die New Orleans Saints zum NFC South-Duell und zeigten sich von ihrer besten Seite: 26:7 Sieg für das Team von Coach Matt Rhule. Der Start gelang den Panthers ausgesprochen gut: Christian McCaffrey (24 Carries, 72 Yards, TD + 65 Receiving-Yards) und Quarterback Sam Darnold (26/38, 305 Yards, zwei TDs, INT) führten ihre Offensive über das Feld, Wide Receiver Brandon Zylstra (drei Receptions, 44 Yards, TD) schloss den Eröffnungsdrive mit seinem ersten Karriere-Touchdown ab. Darnold blüht in der neuen Offensive sichtlich auf, er kann seine Stärken endlich ausspielen und der Football-Welt zeigen. D.J. Moore (acht Receptions, 79 Yards, TD) avanciert zu seinem Lieblings-Target.

Bei den Saints ging nichts. Keine Spur von der effizienten Offensive der letzten Woche, Quarterback Jameis Winston (11/22, 111 Yards, zwei INTs) fiel in der punktelosen ersten Hälfte nur durch eine Interception auf. Nach der Pause schaute es nicht besser aus, ein weiterer Pick folgte. Er kam zwar einmal per Rush in die Endzone – die Saints müssen sich aber stark hinterfragen. Solch ein Einbruch einem starken Auftakt vor einer Woche gegen die Green Bay Packers ist nichts was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Defensiv fehlen Marshon Lattimore, Marcus Davenport und Chauncey Gardner-Johnson an allen Ecken und Enden.

New Orleans Saints (1-1) 7:26 Carolina Panthers (2-0)

Offenes Visier in Arizona

Keine Zeit verplemperten die Minnesota Vikings bzw. die Arizona Cardinals. In einer Partie, die man getrost als Gegenstück zu Eagles vs. 49ers sehen kann, fielen Punkte im Minutentakt. Am Ende hatten die Cardinals mit 34:33 knapp die Oberhand – weil die Vikings ein eigentlich sicheres Last Minute Field Goal vergaben. Defensiv-Football wurde in diesem Spiel deutlich überbewertet.

Sprechen wir über Kyler Murray (29/36, 400 Yards, drei TDs, zwei INTs). Der ehemalige Heisman Trophy-Winner knüpfte nahtlos an seine starke Auftaktleistung an und steuerte gegen die Vikings gleich drei TDs bei. Wie so oft entkam er dem gegnerischen Druck mit improvisierten Plays, die im besten Fall sogar zu Touchdowns führten. DeAndre Hopkins (vier Receptions, 54 Yards, TD), Rookie Rondall Moore (sieben Receptions, 114 Yards, TD), Maxx Williams (sieben Receptions, 94 Yards) oder Christian Kirk (drei Receptions, 65 Yards) – alle werden von Murray bedient und zu wichtigen Elementen der Cardinals-Offense. Klar, der Spielstil birgt Risiken und er führt auch immer wieder zu Turnovern (oder gar einem Pick Six) trotzdem kann Murray im Grunde genommen jedes Spiel gewinnen. Seine Leistung gegen die Vikings war nicht fehlerfrei, aber trotzdem überzeugend.

Die Vikings zeigten ein ganz anderes Gesicht als noch vor einer Woche. Kirk Cousins (22/32, 244 Yards, drei TDs) hatte richtig Lust am Spiel, seine Offensive fand Wege und Mittel die Cardinals-Defensive zu überwinden. Wenn die Defensive mit Big Plays aufschlägt (Nick Vigil Pick Six) wird das Leben noch angenehmer. Dalvin Cook lief für 131 Yards, KJ Osborn (fünf Receptions, 91 Yards), Justin Jefferson (sechs Receptions, 65 Yards) und Adam Thielen (sechs Receptions, 39 Yards) fingen jeweils die Touchdowns. Minnesota war deutlich aggressiver, kam allein durch Danielle Hunter zu drei Sacks.

Minnesota Vikings (0-2) 33:34 Arizona Cardinals (2-0)

Brady – Gronk – fertig

Aus der hervorragenden Chemie zwischen Tom Brady und Rob Gronkowski kann man kein Geheimnis mehr machen. Das Quarterback-Tight End-Gespann zerlegt auch in der gefühlt hundertsten gemeinsamen Saison jeden Gegner, der sich ihnen in den Weg stellt. In diesem Fall waren es die Atlanta Falcons, die gegen Gronk kein Mittel fanden. Schon in Hälfte eins konnte Gronkowski (vier Receptions, 39 Yards) zwei Bälle in der Endzone fangen, Mike Evans einen weiteren.

In Hälfte zwei machten die Bucs einfach weiter. Nach einer getippten Interception von Matt Ryan, fand Brady (24/36, 276 Yards, fünf TDs) abermals Mike Evans (fünf Receptions, 75 Yards, zwei TDs) in der Endzone. Touchdown Nummer fünf fing schließlich noch Chris Godwin (vier Receptions, 62 Yards). Nicht nur die Offensive funktionierte wie gewohnt, auch die Defensive Tampas hatte einen starken Tag und setzte Falcons QB Matt Ryan (35/46, 300 Yards, zwei TDs, drei INTs) gehörig unter Druck. Mike Edwards konnte gleich zwei Interceptions verbuchen, wovon er auch eine direkt in die Endzone trug. Deutlicher und verdienter 48:25 Sieg am Ende.

Atlanta Falcons (0-2) 25:48 Tampa Bay Buccaneers (2-0)

Henry rettet Tennessee

Kein Spieltag ohne Krimi. Die Tennessee Titans konnten sich in der Verlängerung gegen die Seattle Seahawks mit 33:30 durchsetzen und damit auch die Belohnung für eine starke Schlussphase abholen. Seattle sah schon wie der sichere Sieger aus, im letzten Viertel lag die Mannschaft von QB Russell Wilson mit 30:16 in Front. Dann folgte aber der große Auftritt von Titans-Runningback Derrick Henry: In der ersten Hälfte noch völlig abgemeldet, konnte er in den entscheidenden Spielabschnitten Wege und Mittel finden, dem Gegner zu entkommen. Henry erzielte drei Touchdowns und lief insgesamt für 182 Yards (35 Carries). Er war es, der die Titans noch einmal zurück und schlussendlich auch in die Overtime brachte. QB Ryan Tannehill (27/40, 347 Yards) klickte mit Julio Jones (sechs Receptions, 128 Yards), konnte aber keinen Touchdown-Pass werfen. Die Leistung in der ersten Hälfte machte wenig Mut – jene in Hälfte zwei erinnerte dann wieder an die vergangenen Jahre.

Umgekehrt verhält es sich mit den Seahawks, die stark starteten aber ebenso brutal nachließen. Russell Wilson und Tyler Lockett – eine footballerische Liebesbeziehung, die kein Ende findet. Wilson (22/31, 343 Yards, zwei TDs) versorgte Lockett (acht Receptions, 178 Yards, TD) wieder mit vielen Bällen, die im besten Fall auch in die Endzone getragen wurden. Chris Carson lief für 31 Yards und zwei TDs. Dann implodierte das Team sowohl offensiv als auch defensiv. Die O-Line hielt weniger, die Defensive war mit Henrys plötzlicher Explosion überfordert. Ein bitterer Einbruch der den Seahawks das Spiel kostete und sie dadurch ans Ende der umkämpften NFC West setzt.

Tennessee Titans (1-1) 33:30 Seattle Seahawks (1-1)

Last Minute auch in LA

Greg "the leg" Zuerlein entschied das Spiel zwischen den Dallas Cowboys und den Los Angeles Chargers mit einem geglückten Field Goal in letzter Sekunde. Die Cowboys setzten sich mit 20:17 durch.

Die Dallas Cowboys ließen sich mit ihrem ersten Drive im Gastspiel bei den Los Angeles Chargers ordentlich Zeit. Fast die Hälfte des ersten Viertels wurde verschlungen – mit perfektem Ausgang, Runningback Tony Pollard (13 Carries, 109 Yards, TD) fand den Weg in die Endzone. Justin Herbert wollte schnell antworten, wurde aber von Cowboys-Cornerback Trevon Diggs spektakulär gepickt. Herberts Gegenüber Dak Prescott (23/27, 237 Yards, INT) hatte im anschließenden Drive aber ebenfalls keinen Erfolg, auch einer seiner Bälle wurde intercepted. Assante Samuel Jr. verzeichnete seinen erste Karriere-Pick. Das sonst so spektakuläre Passspiel der Cowboys trat in den Hintergrund, viel mehr forcierte man das Laufspiel um das Duo Ezekiel Elliott und Tony Pollard, mit dem man auch zu Punkten kam. Ein hin und her entwickelte sich, nach einem Touchdown-Pass von Herbert auf Mike Williams und einer anschließenden 2-Pt-Conversion verkürzten die Chargers auf 11:14. Die Chance auf den Ausgleich wurde durch ein verkicktes Field Goal kurz vor der Pause verpasst.

Der Sieg der Cowboys hatte auch mit der Redzone-Defensive zu tun. Justin Herberts Offensive stand vier Mal vor der Endzone der Cowboys, fand aber nur einmal den Weg über die Linie. Gleich zwei Mal wurde Herbert (31/41, 338 Yards, TD, zwei INTs) gepickt. Dennoch – der Arm des Quarterbacks gehört zu den stärksten der Liga, die Chargers waren auch in diesem Spiel wieder einmal selbst ihr größter Gegner. Zwölf Strafen nahmen sehr viele Big Plays von Herbert zurück.

Bei den Cowboys sieht man: Sie müssen die ganze Last nicht auf die Schultern von Dak Prescott laden, sondern können auch mit einem Runningback-Duo auf Angriff gehen.

Dallas Cowboys (1-1) 20:17 Los Angeles Chargers (1-1)

Spitzenspiel an Baltimore

Nach der bitteren Overtime-Niederlage der Baltimore Ravens gegen die Las Vegas Raiders, konnten sich die Raben in einem knappen und dramatischen Spiel gegen die Kansas City Chiefs mit 36:35 durchsetzen. QB Lamar Jackson (18/26, 239 Yards, TD, zwei INTs + 107 Rushing Yards, zwei TDs) startete katastrophal in die Partie, warf zwei frühe Picks inklusive Pick Six von Tyrann Mathieu. Der MVP von 2019 rappelte sich aber wieder auf und konnte seine Mannschaft in der zweiten Hälfte zu drei Touchdowns führen und die Partie so wieder in die Richtung der Ravens bringen.

Die Szene des Spiel ereignete sich im Schlussdrive der Chiefs. Runningback Clyde Edwards-Helaire (13 Carries, 46 Yards) wurde von Ravens-Rookie Odafe Oweh zum Fumble gezwungen. Baltimore konnte das Ei unter Kontrolle bringen und damit auch den Sieg festhalten.

Pat Mahomes (24/31, 343 Yards, drei TDs, INT) bediente wieder Travis Kelce (sieben Receptions, 109 Yards, TD) konnte aber auf Grund des Fumbles zu keiner Aufholjagd mehr ansetzen. Erster Sieg für Lamar Jackson über Pat Mahomes und die Chiefs!

Kansas City Chiefs (1-1) 35:36 Baltimore Ravens (1-1) (Martin Senfter, 20.9.2021)