Die Umstellung geht zu langsam vonstatten.

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Viele SAP-Kunden haben einer Umfrage zufolge Schwierigkeiten mit der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. "Die Unternehmen kommen langsamer mit der Digitalisierung voran als noch im letzten Jahr", sagte der Vorsitzende der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), Jens Hungershausen, am Montag unter Berufung auf eine Umfrage unter 173 DSAG-Mitgliedern. Es fehle der Mut zu Veränderungen und. Viele Firmen machten einen Spagat zwischen Existenzsicherung und der Vorbereitung auf das Morgen.

Der zum Auftakt des DSAG-Jahreskongresses veröffentlichten Studie zufolge sind etwas mehr als die Hälfte der Befragten zuversichtlich, bei der Digitalisierung schnell voranzukommen. Vor einem Jahr waren es noch 61 Prozent. Zudem ist die Zahl derer, die nur langsam vorwärtskommen, um vier Prozentpunkte auf 38 Prozent gestiegen.

Zusammenschluss

Die DSAG, in der sich mehr als 60.000 SAP-Nutzer aus gut 3700 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen haben, dringt seit Jahren auf eine stärkere Hilfeleistung durch SAP bei der Umstellung auf Softwareanwendungen aus der Cloud und eine stärkere Integration von Programmen. Genau in diesen Bereichen hapert es laut der Umfrage. Nur 28 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten den Stand der Integration von SAP-Anwendungen in Cloud-Umgebungen als gut, 44 Prozent als ausreichend. Zudem machten bisher nur 30 Prozent positive Erfahrungen mit Cloud-Lösungen im SAP-Bereich, außerhalb des SAP-Bereichs waren es doppelt so viele.

Gegenüber Journalisten gab sich SAP-Chef Christian Klein lernwillig und versprach: "Wir machen unsere Hausaufgaben bei der Integration. Das können Sie mir glauben." Erst Anfang des Jahres hat der Walldorfer Dax-Konzern ein Programm zur umfassenden Geschäftstransformation ("Rise with SAP") ins Leben gerufen, das mehr der rund 400.000 Firmenkunden in die Cloud locken und zu einer Umstellung von Lizenzprodukten auf gemietete Anwendungen im Web bewegen soll. (Reuters, 20.9.2021)