In Kenia hat Netflix einen Teil seines Programms kostenfrei zugänglich gemacht.

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Der Streaminganbieter Netflix ist nicht nur drauf und dran, sein Angebot um Videospiele zu ergänzen, sondern erprobt auch neue Methoden, um Kundschaft anzulocken. Als eine solche Maßnahme hat man nun ein kostenloses Angebot eingerichtet.

In einem derzeit auf Kenia beschränkten Probelauf können sich Nutzer für einen "Free Plan" registrieren. Die Anmeldung ist niederschwellig gehalten. User müssen bestätigen, wenigstens 18 Jahre alte zu sein, ihre E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort wählen. Zahlungsinformationen werden nicht abgefragt.

Einschränkungen, aber keine Werbung

Auch Werbung wird bei der Nutzung des kostenfreien Angebots nicht eingeblendet. Jedoch gibt es eine Reihe anderer Einschränkungen. Genutzt werden kann es nur auf Android-Geräten, was aber angesichts der hohen Verbreitung von Smartphones an sich und jenem mit Googles mobilem Betriebssystem – die fast 90 Prozent des kenianischen Marktes für sich beanspruchen – im Speziellen wohl kaum Auswirkungen haben dürfte.

Free-Plan-Nutzer haben jedoch nur Zugriff auf rund ein Viertel des Repertoires an Filmen und Serien und können Inhalte weder an andere Geräte streamen noch zur Offline-Konsumation herunterladen. Bei Serien kann in der Regel auch nur die erste Episode angesehen werden.

Es ist nicht der erste Ausflug von Netflix in Gratis-Gefilde. In der Vergangenheit hatte man Nutzern aus verschiedenen Ländern auf einer eigenen "Watch Free"-Seite ausgewählte Filme und Serien sogar ohne Registrierung zugänglich gemacht.

Suche nach neuer Kundschaft

Die Strategie für Kenia ist aber klar. Der Streaming-Riese will in Ländern, in denen es im Gegensatz zum Westen noch größeres Wachstumspotenzial gibt, neues Publikum anziehen. Viele Kenianer hätten bisher kein einziges Mal etwas aus dem Netflix-Angebot gesehen, schreibt der Konzern. Die kostenlose Option erlaubt es nun, hineinzuschnuppern.

Freilich hofft man, dass dies viele Nutzer dazu bewegt, für ein Abo mit Vollzugriff zu zahlen. Geht der Plan auf, so dürfte der Free Plan bald auch in anderen Hoffnungsmärkten angeboten werden. (gpi, 21.9.2021)