Der Tatort in Idar-Oberstein.

Foto: REUTERS/Annkathrin Weiss

Idar-Oberstein – Nach einem tödlichen Schuss auf einen Tankstellenmitarbeiter in einem Streit über das Tragen einer Corona-Maske prüft die deutsche Polizei die Aktivität des Verdächtigen in den sozialen Medien. Es seien sehr viele Hinweise dazu eingegangen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier am Mittwoch. Der 49-Jährige soll am Samstagabend im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein einem 20 Jahre alten Verkäufer in den Kopf geschossen haben.

Nach seiner Festnahme habe er den Ermittlern gesagt, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne, die Situation der Pandemie habe ihn stark belastet. Er habe "ein Zeichen setzen wollen".

Der zuvor nicht polizeibekannte Deutsche sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Tat löste in Deutschland Entsetzen und Anteilnahme aus. Die Staatsanwaltschaft geht von langwierigen Ermittlungen zu den Hintergründen aus. Unter anderem ist unklar, woher der Verdächtige die Tatwaffe hatte.

Polizei prüft Hinweise

Am Dienstagabend twitterte die Polizei in Trier: "Es gibt Hinweise auf das Twitter-Profil des Tatverdächtigen. Wir gehen diesen Hinweisen nach." Die Ermittler seien von sehr vielen Nutzern darauf hingewiesen worden, sagte der Sprecher. Mit dem Tweet habe man den Bürgern signalisieren wollen: "Wir sind da dran, wir haben das im Blick."

Laut Recherchen des Magazins "Spiegel" und des auf Verschwörungsideologien spezialisierten Thinktanks Cemas fiel der mutmaßliche Schütze bereits vor zwei Jahren auf einem Twitter-Profil mit nebulösen Gewaltfantasien auf. Im September 2019 soll er laut Medien auf Twitter geschrieben haben: "Ich freue mich auf den nächsten Krieg. Ja, das mag sich jetzt destruktiv anhören, aber wir kommen aus dieser Spirale einfach nicht raus." (APA, dpa, red, 22.9.2021)