"Keine Zeit zu sterben", der letzte Film mit Daniel Craig als James Bond, kommt nach langem Warten am Donnerstag in die heimischen Kinos. Um die Vorfreude zu steigern und die Wartezeit zu überbrücken, hat sich die Reiseplattform Travelcircus auf eine Reise um die Welt begeben: Dabei herausgekommen ist ein Portfolio von 66 Drehorten, die den erfolgreichen Blockbustern mit ihrer Szenerie zum Erfolg verholfen haben.

Einige davon wollen wir hier, dem jeweiligen Streifen zugeordnet, vorstellen – darunter sind nicht wenige, die in den Filmen nur so tun, als ob, und auch solche, die man als Ferienunterkunft mieten kann.

"Casino Royale"

Nationalmuseum Prag: Nach dem gewonnenen Pokerspiel und den überstandenen Strapazen reisen Bond und Vesper nach Venedig, wo sie in einem prunkvollen Luxushotel einchecken. Dieses ist jedoch in Wahrheit gar kein Hotel und befindet sich auch nicht in Venedig oder überhaupt in Italien: Für die Eingangshalle des Hotels stand nämlich das Nationalmuseum in der tschechischen Hauptstadt Prag Modell.

Das Nationalmuseum in Prag durfte ein italienisches Hotel spielen.
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Villa del Balbaniello, Comer See: Nachdem Bond beim Pokerspiel fast gestorben wäre, von Le Chiffre misshandelt wurde und Vesper aus den Fängen der Bösewichte gerettet hat, erholen sich beide in einem montenegrinischen Sanatorium mit traumhaftem Seeblick. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Gebäude in Montenegro, sondern um eine Villa am Comer See in Italien: die Villa del Balbaniello, erbaut 1787 und ein Franziskanerkloster. Gute Nachrichten für Neugierige: Der Garten kann jährlich zwischen dem 15. März und 31. Oktober an allen Tagen außer Montag und Mittwoch gegen eine Eintrittsgebühr besichtigt werden. Die Einnahmen kommen der italienischen Kultur- und Umweltschutzorganisation FAI zugute.

Villa Gaeta am Comer See
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Villa Gaeta, Comer See: Über Vespers Handy kann Bond die Spur von Mr. White zum Comer See in Italien rückverfolgen. Er reist zu dessen dortiger Villa, schießt White in den Oberschenkel und stellt sich erstmals vollständig vor: "Mein Name ist Bond, James Bond." Bei dem märchenhaft schönen Anwesen von Mr.White handelt es sich um die private "Villa Gaeta" am Comer See. Hier werden für Bond-Fans Urlaubsträume wahr, denn: Die Villa lässt sich ab1.200 Euro pro Nacht als Ferienunterkunft mieten.

One and Only Ocean Club

One and Only Ocean Club, Bahamas: Bond steigt auf den Bahamas ab, um Le Chiffres Mittelsmann Alex Dimitrios und dessen schöne Frau Solange zu treffen. Er verführt Solange, um Informationen über ihren Mann zu erhalten. Als Szenerie diente der luxuriöse One and Only Ocean Club in Nassau auf den Bahamas. Auch hier können sich eingefleischte Fans für den Urlaub einmieten – ab stattlichen 1.800 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer mit Gartenblick.

"Ein Quantum Trost"

Westufer des Gardasees: Gleich zu Beginn des Films werden die Zuschauer Zeugen einer actionreichen Verfolgungsjagd am Wasser entlang: Bond fährt in seinem Aston Martin voraus, ihm dicht auf den Fersen zwei Alfa Romeos, aus denen auf Bond geschossen wird. Aufgenommen wurden die rasanten Szenen am Westufer des Gardasees, unter anderem an der Gardesana Occidentale.

Barbican Centre, London: M hat den Angriff ihres verräterischen Leibwächters Mitchell überlebt und sucht nun gemeinsam mit Bond in dessen Londoner Wohnung nach Hinweisen darauf, welcher Organisation er angehört haben könnte. Als Drehort diente das Londoner Kultur- und Konferenzzentrum "The Barbican" im Osten der Stadt.

Altstadt von Panama-Stadt: Bond macht sich in Haiti auf die Suche nach einem weiteren Mitglied der unbekannten Geheimorganisation, das dort in einem Hotel eingecheckt haben soll. Nach einem Handgemenge erschießt er den Mann, ohne ihn befragt haben zu können. Anschließend gibt er sich als der Getötete aus und nimmt einen Koffer mit, der für diesen an der Rezeption abgegeben wurde. Camille, die im Auto vorbeikommt und Bond für einen Informanten (und kurz darauf für einen Auftragskiller) hält, fordert ihn auf, einzusteigen. Kurz darauf werden sie von einem Motorrad verfolgt. Als Camille Bond erschießen will, weil sie ihn aufgrund des Koffers für einen Auftragskiller hält, springt Bond aus dem Auto, reißt das Motorrad des Verfolgers an sich und fährt ihr hinterher. Gedreht wurden die Szenen, die auf Haiti spielen sollen, in der Altstadt von Panama.

Der Himmel über dem Paranal-Observation.
Foto: ESO/P. Horálek

Paranal-Observatorium in der Atacama-Wüste: Zusammen mit Camille besorgt sich Bond eine Douglas DC-3, womit sie über das Stück Wüste fliegen, in dem sich Greenes vermeintliches Umweltprojekt befinden soll. Dabei werden sie von einem Kampfjet und einem Hubschrauber verfolgt, die auf sie schießen. Als ihr Flugzeug abstürzt, können sie sich mit einem Fallschirm retten und landen in einer Höhle, wo Camille verrät, dass General Medrano ihre Familie getötet hat. Bond und Camille verfolgen Greene schließlich zu einem Hotel in der Wüste, wo Bond ihn verhört und später aussetzt. Schauplatz für die Szenen war das Paranal-Observatorium in der Atacama-Wüste in Chile, eine astronomische Beobachtungsstation 120 Kilometer südlich der Stadt Antofagasta. Weitere Wüstenszenen wurden auch im chilenischen Cobija gedreht.

Der Große Basar in Istanbul.
Foto: Getty Images/iStockphoto

"Skyfall"

Großer Basar, Istanbul: Zu Beginn des Films findet hier eine Autoverfolgungsjagd statt, an der Bond und Moneypenny teilnehmen. Bond wechselt vom Auto aufs Motorrad, um den Schurken über die Dächer des Großen Basars hinweg zu verfolgen. Als Filmlocation diente tatsächlich der Große Basar in Istanbul, wobei die Filmcrew bei den rasanten Filmszenen stets darauf achten musste die historische Architektur nicht zu beschädigen.

Das MI6-Building in Vauxhall in Südwestlondon, direkt am Ufer der Themse.
Foto: REUTERS/Toby Melville

MI6-Hauptquartier, Vauxhall Bridge, London: Hier befindet sich der Hauptsitz des britischen Geheimdienstes MI6 – im Film, wie auch in Wahrheit: Das SIS-Building oder MI6-Building befindet sich in Vauxhall in Südwestlondon direkt am Ufer der Themse neben der Vauxhall-Brücke. Es beheimatet den Secret Intelligence Service (SIS, MI6) .Im Film fällt das Gebäude einem Bombenanschlag zum Opfer – natürlich nicht wirklich.

Hotel Four Seasons, London: Bond reist nach Shanghai, um den Auftragsmörder Patrice ausfindig zu machen. Vom Hotelpool aus blickt Bond auf die Skyline der Weltmetropole. Wer denkt, dass das ganze Filmteam dafür ebenfalls nach China gereist ist, irrt. Den Hotelpool samt Skyline-Blick gibt es zwar wirklich, allerdings in London. Drehort war das Hotel Four Seasons (heute Canary Riverside Plaza Hotel). Die Aussicht über Shanghai wurde im Nachhinein hinzugefügt.

Heidelandschaft von Hankley Common, Surrey: In dem einsamen Herrenhaus Skyfall, das sich als das Haus entpuppt, in welchem Bond seine Kindheit verbracht hat, bereiten sich Bond, M und der Wildhüter Kincade auf den Angriff Silvas vor. Als Filmlocation diente die Heidelandschaft von Hankley Common in Surrey. Das Anwesen war jedoch nur eine Kulisse und wurde für die Dreharbeiten aus Gips und Holz errichtet – kann also auch nicht besichtigt werden.

"Spectre"

Museo della Civiltà Romana, Rom: Bei Sciarras Beerdigung trifft Bond erstmals auf dessen Witwe Lucia Sciarra, gespielt von Monica Bellucci. Als Filmlocation für diese Szene diente der monumentale Eingangsbereich des Museo della Civiltà Romana in Rom. Auch wenn das Museum aktuell wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, ist das imposante Gebäude ein beliebtes Fotomotiv auf den sozialen Medien.

Der monumentale Eingangsbereich des Museo della Civiltà Romana in Rom.

Blenheim Palace, England: Im Palazzo Cadenza, einem barocken Palast in Rom und gleichzeitig geheimen Treffpunkt, spioniert Bond ein geheimes Spectre-Treffen aus. Auch wenn diese Szene in Rom spielt –gedreht wurde sie in England. Als Filmlocation diente Blenheim Palace, der größte nicht königliche Adelssitz in Großbritannien und Geburtshaus von Winston Churchill.

City Hall, London: M, Q, Moneypenny und Tanner brechen in das Centre for National Security ein, um die Durchsetzung des "Nine-Eye-Systems" zu verhindern und Denbigh festzunehmen, der schließlich vom obersten Stockwerk in den Tod stürzt. Als Kulisse für das Centre for National Security diente die City Hall in London. Das moderne Gebäude hat aufgrund seiner außergewöhnlichen Form einige lustige Spitznamen erhalten und wird gerne auch mal mit einem "eingedrückten Ei" verglichen.

Kann gemietet werden: das Jagdhaus auf der Seewiese in Altaussee.

Jagdhaus auf der Seewiese, Altaussee: Bond spürt Mr. White in einer abgelegenen Hütte in Altaussee in Österreich auf. Dieser bittet ihn darum, seine Tochter Madeleine Swann zu beschützen – im Gegenzug soll sie ihn zu der Geheimorganisation führen. Bond-Fans können diese Filmlocation in Altaussee besuchen. Das Jagdhaus bietet Speisen mit Zutaten aus der Region und einen Rastplatz für Wanderer. Außerdem kann man die Hütte für private Feiern und Hochzeiten mieten.

Das Ice Q in Sölden spielt in "Spectre" eine Privatklinik.

Gourmetrestaurant Ice Q, Sölden: Bond spürt Swann an ihrem Arbeitsplatz in der Hoffler Privatklinik auf, wo sie als Psychologin tätig ist. Swann wird von Mr. Hinx und seinen Leuten in ein Auto gezerrt und entführt – die Verfolgungsjagd führt unter anderem durch Sölden. Als Filmlocation für die Privatklinik diente das Gourmetrestaurant Ice Q auf dem Gipfel des Gaislachkogl.

"Keine Zeit zu sterben"

Villa des Bond-Autors Ian Fleming, Jamaika: Bond hat seinen Dienst quittiert und will nun auf Jamaika in Ruhe entspannen – doch daraus wird natürlich nichts. CIA-Agent Felix Leiter kontaktiert Bond und bittet ihn um Hilfe. Bond soll helfen einen entführten Wissenschafter zu retten. Gedreht wurden die Szenen tatsächlich auch in Jamaika, ein Teil sogar in der Villa von Bond-Erfinder Ian Fleming.

Matera in Süditalien
Foto: REUTERS/Yara Nardi

Matera, Italien: Natürlich gibt es auch im neuesten Bond-Streifen wieder rasante Szenen. Bei einer liefert sich Bond in Süditalien eine wilde Verfolgungsjagd – stilecht im Aston Martin. Kulisse war das süditalienische Dorf Matera – bekannt für seine engen Gassen und Straßen. Und als europäische Kulturhauptstadt 2019.

Schauplatz einer dramatischen Szene: das Aquädukt von Gravina.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Aquädukt-Brücke von Gravina, Italien: Der Filmtrailer verrät bereits in den ersten Sekunden, dass Bond bei einer spektakulären Filmszene nur mit einem Seil in der Hand von einer alten römischen Brücke springt. Kulisse für diese dramatische Szene war die Aquädukt-Brücke von Gravina in Puglia. Die süditalienische Stadt hat rund 40.000 Einwohner und besticht neben der bekannten römischen Brücke mit einem schönen Altstadtkern.

Ein weiterer Schauplatz im neuen Bond-Streifen: die Storseisund-Brücke in Norwegen.
Foto: imago/Winfried Rothermel

Storseisund-Brücke, Norwegen: Und noch eine Brücke ist im neuen Bond-Film Schauplatz einer aufsehenerregenden Szene: die Storseisund-Brücke. Die norwegische Brücke ist Teil der Atlantikstraße, welche sich eindrucksvoll durch die norwegische Küstenlandschaft schlängelt. Darüber hinaus wurden auch noch weitere Szenen in Norwegen gedreht: So treibt zum Beispiel Bond-Gegner Safin sein Unwesen an einem zugefrorenen See im Ort Nittedal.

Cairngorms National Park, Schottland: Der neue Streifen bringt Bond zurück in die schottischen Highlands. Welche Szene genau im Cairngorms National Park gedreht wurde, ist aber noch unklar. Der lokalen Presse nach wurden dort jedoch – wen wundert es – dramatische Actionszenen gedreht. (red, 26.9.2021)