Der US-Konzern will weiter in den Einzelhandel vordringen.

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Kassenlose Supermärkte waren für Amazon offenbar nur der Anfang: Schon kommendes Jahr will der Onlineriese in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Ohio eigene Kaufhäuser samt Hightech-Umkleidekabinen und eigenen Bekleidungsmarken eröffnen, berichtet das "Wall Street Journal".

Der Fokus dürfte dabei auf möglichst großer Kundenfreundlichkeit liegen. Demnach sollen Kleidungsstücke von Interesse mit einer Smartphone-App gescannt werden können – damit sie anschließend von einem Mitarbeiter in die Umkleidekabine gebracht werden. Dort angelangt, könnten einem auf Basis der eigenen Auswahl weitere Produkte vorgeschlagen werden, die man dann per Touchscreen nachbestellen kann.

Mitarbeiter sollen diese dann durch eine Art Geheimtür in die Kabinen reichen können. Das Design soll sicherstellen, dass Kunden nicht gesehen werden können. Sollte die Idee Realität werden, dürfte das System künftig allerdings automatisiert werden.

Größter Modehändler

Die angebotene Produktpalette soll laut "The Verge" primär aus hauseigenen Marken bestehen. Außerdem dürften einige Firmen vertreten sein, die bereits über die Onlineplattformen des Konzerns verkaufen.

Den Einstieg ins Modegeschäft wagte Amazon bereits 2016, erntete seitdem allerdings häufiger Kritik, dass es für eigene Produkte offensichtlich bei der Konkurrenz abkupfere. Bisher scheint die Rechnung dennoch aufzugehen. In den USA ist Amazon Berichten zufolge der führende Bekleidungshändler. Damit hat der Onlinehändler sogar die Einzelhandelskette Walmart überholt – noch bevor die erste physische Filiale eröffnet wurde.

Auf eine Anfrage der Berichterstatter teilte Amazon nur mit, dass man Gerüchte nicht kommentiere. (red, 23.9.2021)