So manches Provisorium bewährt sich natürlich auch.

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Schnell musste es gehen im ersten Lockdown 2020: Rasch habe ich also aus zwei Regalböden und diversen Holzleisten genau den Homeoffice-Schreibtisch selbst gezimmert, vor dem Arbeitsmediziner, Physiotherapeutinnen und Chiropraktiker immer gewarnt hatten. Ein paar Monate war er im Einsatz.

Jetzt bin ich seit einem Jahr schon wieder regelmäßig im Büro, und ich bin sehr gerne hier. Doch den provisorischen Schreibtisch im Schlafzimmer gibt es immer noch. Wobei ich dazusagen muss: Er stört nicht sehr, denn einer der beiden Regalböden lässt sich schnell abmontieren. Doch grundsätzlich ist zu sagen: So zackig es damals im März 2020 gehen musste, so zäh gestaltet sich jetzt der Rückbau. Ein zehn Meter langes Internetkabel, das ich im März 2020 glücklicherweise zu Hause hatte, verbindet noch heute das Wohn- mit dem Schlafzimmer, in zwei Meter Höhe zwar, aber es ist schiach und hat keinen Zweck mehr. Aber kann ich alles schon wieder wegräumen? Oder lieber noch warten? Das kann mir leider niemand sagen. Gut möglich also, dass das Stehpult im Schlafzimmer zum Dauerprovisorium wird.

Es wäre übrigens nicht das einzige. Denn auch was die Verdunkelung im Schlafzimmer betrifft, setzen wir nach (hüstel) Jahren in der Wohnung in den Sommermonaten immer noch auf eine zusätzliche Schicht aus dem üblicherweise aus Zellstoff, Holzschliff und Altpapier hergestellten Werkstoff namens ... Karton. Ja, spätestens jetzt, wo ich es niederschreibe, merke ich es auch, keine Sorge: bissl komisch. Aber wir haben es gerne sehr finster, auch damit das Kind nicht viel früher aufwacht, als es soll. Und dieser Grad an Finsternis ist trotz außenliegender Markise sowie Plissees und Vorhängen auf der Innenseite nicht so leicht herzustellen. Aber auch dieses Projekt ist noch nicht abgeschlossen. (Martin Putschögl, 24.9.2021)