Nooruddin Turabi gab der Nachrichtenagentur AP ein Interview.

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Washington – Die US-Regierung hat Pläne der radikal-islamischen Taliban, wieder Exekutionen und Amputationen von Gliedmaßen einzuführen, scharf verurteilt. US-Außenamtssprecher Ned Price sagte am Freitag vor Journalisten, dass solche Bestrafungen eine klare Missachtung der Menschenrechte darstellten.

Die Täter sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Eine mögliche Anerkennung der neuen von den Taliban geführten Regierung in Kabul hänge davon ab, ob Menschenrechte respektiert würden. Die USA wollten die Lage sehr genau beobachten. Man werde nicht den Bekanntmachungen der Taliban zuhören, sondern ihr Verhalten analysieren. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte Taliban-Mitglied Mullah Nooruddin Turabi, dass es wieder Exekutionen und Handamputationen als Bestrafung geben werde.

Ehemaliger Justizminister

Turabi, der für die afghanischen Gefängnisse verantwortlich ist, erklärte, die drastischen Strafen seien erforderlich, um die Sicherheit im Land aufrechtzuerhalten. In der ersten Taliban-Regierung war wer von 1996 bis 2001 Justizminister und steht deshalb auf der US-Sanktionsliste.

Die Taliban hatten Mitte August die Macht übernommen und sich um ein moderateres Auftreten bemüht. Nach Vorstellung einer Übergangsregierung wird jedoch eine Neuauflage der von großer Brutalität geprägten Taliban-Herrschaft 1996 bis 2001 befürchtet. (red, Reuters, 24.9.2021)