Kalkulierter Akt? Wohl eher ein peinlicher Fauxpas. CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat seinen Wahlzettel bei der Stimmabgabe zur deutschen Bundestagswahl so gefaltet, dass die Kreuze, die er bei der CDU gemacht hat, deutlich zu erkennen waren. Weil ihn Pressefotografen bei dem Wurf in die Urne ablichteten, war Laschets Stimmabgabe nicht nur für Umstehende im Wahllokal in Aachen, sondern sogleich im ganzen Land sichtbar.

Das sorgt für Aufsehen in Deutschland, denn: Stimmzettel, die so gefaltet sind, dass die Kreuze erkennbar ist, sind nicht zulässig. So soll sichergestellt werden, dass andere Wählende dadurch nicht beeinflusst werden.

Pech oder Panne? Alle Welt konnte sehen, wen Laschet wählte.
Foto: REUTERS/THILO SCHMUELGEN

Ein Kanzlerkandidat, der das Wahlgeheimnis missachtet? Spottpostings und Kritik auf Social Media ließen nicht lange auf sich warten. Dort reagierte auch der deutsche Bundeswahlleiter Georg Thiel wenig später auf die "Fehlfaltung". Der Wahlvorstand hätte den Kanzlerkandidaten zurückweisen müssen und ihm einen neuen Stimmzettel ausgeben müssen. Das wurde allerdings verabsäumt, und der Stimmzettel landete in der Urne. Weil er nicht mehr aussortiert werden kann, ist Laschets Stimmabgabe nun gültig, erklärte Bundeswahlleiter Thiel auf Twitter.

Er sehe aber keinen Versuch der Wählerbeeinflussung: "Ein bundesweit bekannter Politiker hat wie erwartet seine eigene Partei gewählt", befand Thiel. Laschet selbst äußerte sich nicht zu dem Missgeschick. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sagte lediglich, die Bundestagswahl entscheide über die Richtung Deutschlands in den nächsten Jahren. "Und deshalb kommt es auf jede Stimme an."

Es ist nicht das erste Mal in diesem Wahlkampf, dass der CDU-Chef etwas geradebügeln muss. Etwa dass er lachend hinter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei dessen Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe gefilmt worden ist, hängt Laschet weiterhin nach. (fmo, 26.9.2021)