Vor dem Stade Velodrome in Marseille ging es rund.

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Auf den Rängen ging es rund.

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Auf dem Feld ging es rund.

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Marseille – Schon wieder ist es in einem französischen Fußballstadion zu Ausschreitungen gekommen. Das ohnehin als Hochrisiko-Match deklarierte Gruppenspiel in der Europa League zwischen Olympique Marseille und Galatasaray Istanbul musste am Donnerstag sogar zwischenzeitlich unterbrochen werden. "Das Szenario wiederholt sich", schrieb "Le Parisien" und berichtete von fünf Festnahmen.

Wie in Marseille kam es auch in Lyon zu Vorfällen beim Spiel der Europa League gegen Bröndby Kopenhagen, sieben Personen sollen dort zunächst festgenommen worden sein.

In Marseille seien zunächst Feuerwerkskörper aus den Reihen der rund 2.500 Istanbul-Fans Richtung Spielfeld geworfen worden, hieß es in Berichten. Danach hätten sich die Anhänger beider Vereine mit Fackeln und Bengalos gegenseitig beworfen. Von "Chaos auf den Tribünen", berichtete das türkische Portal "Spor Arena". Die regierungsnahe Zeitung "Milliyet" schrieb in ihrer Online-Ausgabe, dass jeder wisse, wie schlecht die Bilanz der Marseille-Fans sei, "aber lasst uns ehrlich sein, wir werden auch nicht besser. Bei jedem europäischen Spiel machen wir entweder eine Szene oder sind an einer beteiligt".

550 Beamte im Einsatz

Die Spieler beobachteten das verstörende Verhalten vom Rasen aus. Sicherheitskräfte und Polizisten versuchten, die Lage in den Griff zu bekommen. Insgesamt 550 Beamte seien im Einsatz gewesen, drei seien verletzt worden, gab der Polizei-Präfekt von Bouches-du-Rhone in der Nacht auf Freitag bekannt.

Galatasaray-Trainer Fatih Terim ging zu den Galatasaray-Anhängern, Olympique-Kapitän Dimitri Payet zu den Fans von Marseille. Schiedsrichter Pawel Raczkowski stoppte die Partie vor mehr als 45.000 Zuschauern in der 38. Minute bei 0:0 für einige Zeit. Ein Tor fiel in Marseille, dessen Fans nun zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen an Ausschreitungen beteiligt waren, nicht mehr. Beide Vereine dürften mit einem Nachspiel und empfindlichen Strafen durch die UEFA zu rechnen haben.

Einem Bericht der türkischen Zeitung "Hürriyet" zufolge war es schon vor der Partie zu Provokationen gekommen, als Istanbuler Fans unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen das Stadion betraten. Demnach soll ein Marseille-Fan auf der Tribüne die griechische Flagge ausgerollt haben. Die Polizei habe eingegriffen, die Spannungen hätten im Stadion aber angehalten.

Immer wieder Ärger

Von "hitzigen Auseinandersetzungen" auch in Lyon berichtete RMC Sport. Sieben Personen sollen insgesamt vor, während und nach dem 3:0-Erfolg der Heim-Mannschaft von der Polizei zunächst festgenommen worden sein. Erst vor gut einer Woche hatte das Verhalten sogenannter Fans für Negativschlagzeilen in Frankreichs höchster Spielklasse gesorgt – auch da waren Anhänger von Marseille beteiligt. Nach einem torlosen Remis bei Angers SCO waren Fans beider Vereine auf den Rasen gestürmt und aufeinander losgegangen.

Am selben Abend hatten Medienberichten zufolge rund 50 Fans von HSC Montpellier einen Bus mit Anhängern von Girondins Bordeaux an der Autobahnabfahrt abgepasst und angegriffen. Randale gab es zuvor auch beim Nordderby Lens gegen Lille. Marseille war erstmals negativ aufgefallen, als bei der Partie gegen Nizza nach Provokationen Fans, Funktionäre und Spieler handgreiflich geworden waren. (APA/dpa, 1.10.2021)