Nur wenige Menschen kamen bei den Regional- und Départementswahlen an die Wahlurne.

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Paris – Nach der historisch niedrigen Wahlbeteiligung bei den zurückliegenden Regionalwahlen in Frankreich hat die Nationalversammlung eine Befragung der Bevölkerung gestartet. Wie das Unterhaus des französischen Parlaments mitteilte, können Bürgerinnen und Bürger seit Freitag ihre Meinung etwa zu einer Wahlpflicht, einem herabgesetzten Wahlalter und zur Wertung von leer abgegebenen Stimmzetteln kund tun. Antworten auf die Fragen können online bis Ende des Monats abgegeben werden.

"Ohrfeige für die Demokratie"

Mit der Befragung will die Nationalversammlung Antworten auf die strukturellen Gründe für die hohe Zahl der Menschen finden, die den zeitgleich abgehaltenen Regional- und Départementswahlen fernblieben.

Bei den Wahlen Ende Juni hatten zwei von drei Wahlberechtigten keine Stimme abgegeben. In politischen Kreisen wurde der Wert mit Entsetzen und Sorge betrachtet. Der Vertraute des Präsidenten Emmanuel Macron und frühere Minister Christophe Castaner sprach von einer Ohrfeige für die Demokratie. (APA, dpa, 1.10.2021)