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Die Taliban-Delegation am 12. August 2021 in Doha.

Foto: STRINGER

Vertreter der militant-islamistischen Taliban sind am Samstag in der katarischen Hauptstadt Doha zu Gesprächen mit US-Delegierten zusammengekommen. Die Taliban haben bei dem Treffen die Freigabe eingefrorener afghanischer Währungsreserven ersucht, wie Taliban-Außenminister Amir Khan Motaki nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Bakhtar sagte.

Nach der Machtübernahme der Islamisten hatten die US-Regierung und die Notenbank Medienberichten zufolge den Großteil von Afghanistans Währungsreserven eingefroren. Die Taliban haben auf die im Ausland gehaltenen Währungsreserven von rund neun Milliarden US-Dollar, umgerechnet 7,78 Milliarden Euro, vorerst keinen Zugriff. Motaki sagte, es sollte nichts unternommen werden, um die derzeitige Regierung zu schwächen, da niemand von einer Instabilität in Afghanistan profitieren würde. Bei den Gesprächen in Doha baten die Taliban den Angaben nach zudem um humanitäre Hilfe für Afghanistan.

Treffen mit europäischen Beamten geplant

Motaki zufolge sicherten die US-Delegierten weitere Unterstützung bei den Corona-Impfungen zu. Die USA hatten dem Land bereits im Juli drei Millionen Impfdosen des Mittels von Johnson & Johnson zugesagt. Der Taliban-Außenminister kündigte außerdem an, seine Delegation werde in den kommenden Tagen auch europäische Beamte treffen.

Die militant-islamistischen Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen Nato-Truppen weite Teile des Landes erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt ein und regieren seitdem. Ihre Regierung sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, dem Land droht ein wirtschaftlicher Kollaps.

Laut Angaben des US-Außenministeriums vom Freitag geht es bei den Gesprächen nicht um eine Anerkennung oder Legitimierung der Taliban in Afghanistan. Es handle sich vielmehr um eine Fortsetzung der "pragmatischen" Gespräche über Fragen von nationalem Interesse der USA. Wichtigste Priorität sei dabei die weitere sichere Ausreise von US-Bürgerinnen und Bürgern, anderen ausländischen Staatsangehörigen sowie von Afghanen. (APA, 9.10.2021)