Tschechiens Präsident Miloš Zeman wird im Krankenhaus behandelt.

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Prag – Der tschechische Präsident Miloš Zeman ist kurz nach der Parlamentswahl in Tschechien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Zeman werde auf der Intensivstation behandelt, sagte der Direktor des Zentralen Militärkrankenhauses in Prag, Miroslav Zavoral, am Nachmittag dem Sender CT. Grund seien Komplikationen, die mit Zemans chronischen Erkrankungen zusammenhingen. Er leidet an Diabetes und einer Nervenerkrankung. "Wir kennen die Diagnose, sodass wir die Behandlung gezielt darauf ausrichten können", sagte der Mediziner. Nähere Details nannte er nicht.

Zuvor Gespräch mit Babiš

Vor der Einlieferung hatte der 77-Jährige den populistischen Regierungschef Andrej Babiš zu einem 45-minütigen Gespräch in seiner Residenz auf Schloss Lány bei Prag empfangen. Zeman spielt eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung nach der Parlamentswahl am Freitag und Samstag. Zeman hatte dem umstrittenen Premier immer wieder durch politische Krisen geholfen und seine Regierungen gestützt. Der auf einen Rollstuhl angewiesene Präsident hatte seine Stimme vor einer mobilen Wahlkommission auf Schloss Lány abgeben müssen, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand angefacht hatte. (APA, 10.10.2021)