Heuer stehen die österreichweiten Herbstferien zwischen Nationalfeiertag (26. Oktober) und Allerseelen (2. November) auf dem Programm. Da der 26. Oktober 2021 auf einen Dienstag fällt, dürften viele Schulen am Montag schulautonom frei geben. In diesem Fall würden die Ferien schon am 23. Oktober beginnen und elf Tage dauern.

Wer sich noch keine Gedanken gemacht hat, wohin an den freien Tagen, findet hier ein paar Inspirationen.

Entlang der Etagen des Erzberges kann man erleben, wie Erzabbau mit Schwerlastkraftwagen und Radladern funktioniert.
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Riesige Maschinen, Sprengungen, die größte Pyramide der Welt

Bei einem Ausflug zum steirischen Erzberg in Eisenerz kann man den Bergbaubetrieb live miterleben. Immerhin befindet sich hier der größte Tagbau Mitteleuropas und die bedeutendste Erzlagerstätte der Alpen. Er ist Symbol der Industrialisierung und zentraler Bestandteil der Eisenstraße. Seit mehr als 1.300 Jahren wird dort Gestein abgebaut. Die harte Arbeit vieler Männer und Frauen brachte ihn ab 1890 in seine gegenwärtige Pyramidenform, die größte der Welt.

Heute wird im etagenförmigen Tagbau jährlich eine Gesamtmenge von zwölf Millionen Tonnen Gestein produziert. Die gelieferte Jahresmenge von drei Millionen Tonnen reinem Eisenerz wird dabei zur Gänze an die beiden Hauptkunden Voestalpine Stahl Donawitz GmbH & Co KG und Voestalpine AG mit Sitz in Linz versandt.

Mit den Fahrzeugen Hauly I und II, umgebaute 860-PS-Riesenlaster mit Aussichtsplattform, geht es mitten in den Tagbau hinein. Entlang der Etagen des Erzberges kann man erleben, wie Erzabbau mit Schwerlastkraftwagen und Radladern funktioniert. Während der circa einstündigen Fahrt erfährt man Wissenswertes über den Hauly, den Erzabbau ober Tage und den Arbeitsalltag der Bergleute. Wer möchte, kann auch einer Livesprengung beiwohnen.

Anreise: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, kann von Leoben aus mit dem Bus bis Eisenerz-Volkskeller fahren. Dort befindet sich in unmittelbarer Nähe der Tourenveranstalter Abenteuer Erzberg. Aktuelle Fahrpläne unter: www.oebb.at

Im Waldviertel kann man beim Abfischen der Karpfenteiche zusehen (Symbolfoto).
Foto: imago images/VIADATA

Karpfenernte

Über 1.000 Teiche gibt's im Waldviertel. In ihnen wird der bekannte Karpfen gezüchtet. Alljährlich findet im Herbst, in der Zeit von Anfang Oktober bis Anfang November, das Abfischen der Karpfen statt. Dabei wird das Teichwasser abgelassen, um die darin gezüchteten Karpfen mit großen Netzen und Keschern zu fangen und in Sortierbottiche zu geben. So wird der Teich in mehreren Zügen leergefischt. Der Herbst ist also der ideale Zeitpunkt, um den Fischern bei der Arbeit über die Schultern zu schauen und Karpfenkaviar, Karpfensushi und Steckerlfische zu verkosten.

So findet zum Beispiel das Abfischfest am Bruneiteich bei Heidenreichstein heuer am 23. Oktober statt. Gummistiefel nicht vergessen. Nähere Infos und Anreise: Abfischfest.

Am 30. Oktober wiederum werden die sogenannten Himmelsteiche des Stiftes Geras abgefischt. Es ist der älteste in Betrieb befindliche Fischhälter im südlichen deutschsprachigen Raum. Anreisen kann man auch mit dem Reblaus-Express.

Weitere Abfischtermine findet man hier.

Österreichs Laubwälder im bunten Herbstoutfit.
Foto: imago images/Jan Eifert

Indian Summer

Im Herbst verändern sich unsere Wälder ganz spektakulär, wenn die Laubbäume ihr grünes Sommerkleid ablegen und in ein leuchtendes Outfit wechseln. Um den Indian Summer zu erleben, muss man daher nicht nach Nordamerika reisen. Im bunten Gewand kommt der Wiener Wald daher und lädt zu einem Ausflug ein. Egal ob es das Wiener Becken für einen allein oder der Naturpark Sparbach – der älteste Naturpark Österreichs – mit der ganzen Familie wird, die Auswahl für Herbstspaziergänge ist riesig im Wienerwald. Radwege durch den Indian Summer im Wienerwald sowie diverse Wandertouren findet man unter Wiener-Wald-Tourismus.

Auf der Highline 179 im Naturpark Reutte in Tirol wiederum kann man sich das Naturspektakel auch aus der Vogelperspektive anschauen. Die Hängebrücke erstreckt sich in einer Höhe von 113 bis 114 Metern über die Burgenwelt Ehrenberg und verbindet die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia. Wer möchte, kann der Ruine einen Besuch abstatten.

Öffentliche Anreise zur Highline 179: Mit dem Zug zum Bahnhof Reutte, dann weiter mit dem Bus zur Haltestelle Reutte in Tirol, Abzweigung Ehrenberger Klause.

Raabklamm: Felsige Schluchten und Aulandschaften mit Beständen von Erlen, Eschen und Weiden prägen das naturbelassene Wandergebiet.

Ab in die Schlucht

Die Raabklamm ist mit 17 Kilometern die längste Schlucht Europas. Die Raab fließt rauschend mitten durch die ausgespülten Steilhänge und lichten Wälder des Europa-Schutzgebiets Natura 2000 in der Oststeiermark. Felsige Schluchten und Aulandschaften mit Beständen von Erlen, Eschen und Weiden prägen das naturbelassene Wandergebiet. Die Große Raabklamm wurde auch wegen ihrer Vielzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten und Fledermausarten sowie Schlucht- und Hangmischwälder zum EU-Schutzgebiet Nummer 9 erklärt. Weil es ein Naturschutzgebiet ist, können Pflanzen- und Tierwelt auch ganz ungehindert gedeihen. Auf Anfrage sind Flusserlebniswanderungen oder Führungen mit Höhlenbesuch möglich.

Anreise: Mit dem Zug bis Graz Hauptbahnhof und von dort mit einem der Raabklamm-Taxis zur Klamm. Weiters verkehren zwischen Graz und Weiz die Postbus-Linien 200 und 201. Mit beiden ist die Kleine Raabklamm sehr gut öffentlich erreichbar. 200: Haltestelle "Mitterdorf an der Raab Ort"; 201: Haltestelle "Kleinsemmering Stoffmühle". Mit der Linie 201 (Haltestelle "Mortantsch Jägerwirt") gelangt man auch zur Großen Raabklamm – jedoch gibt es im Norden der Klamm keinen Anschluss.

Wandern mit Kind auf der Wurzeralm.

Mit dem Kinderwagen

Auf zahlreichen Wanderwegen in Oberösterreich kann man getrost den Kinderwagen mitnehmen. Zum Beispiel bei einer Wanderung auf der Wurzeralm von der Bergstation der Wurzeralm-Standseilbahn zum Brunnsteinersee. Vor Jahrtausenden war dort in der Ramesch-Höhle schon der Höhlenbär zu Hause, wie einschlägige Funde beweisen – und auch der Neandertaler. Weder hoch hinauf noch tief hinunter geht's bei der Erkundung des Almbereichs, der bei der Bergstation der Standseilbahn beginnt. Man folgt einfach den Schild "Teichlboden-Rundwanderweg" und wandert über breite Wege zum Brunnsteinersee. Leider keine öffentliche Anreise möglich. (red, 12.10.2021)