Auch in Bogotá sind Fälle des Havanna-Syndroms aufgetaucht.

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New York – Auch in der US-Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind Fälle des sogenannten Havanna-Syndroms aufgetreten. Kolumbiens Präsident Iván Duque bestätigte am Dienstag einen Bericht des "Wall Street Journal". "Natürlich haben wir Kenntnis von dieser Situation, aber ich möchte sie den US-Behörden überlassen, die ihre eigenen Ermittlungen durchführen, weil es um ihr eigenes Personal geht", sagte er bei einem Besuch in New York.

Dem "Wall Street Journal" zufolge sind in mindestens fünf Familien, die mit der Botschaft in Kolumbien in Verbindung stehen, Symptome der mysteriösen Krankheit aufgetreten. Die US-Vertretung in Bogotá ist eine der größten der Welt. Neben Berufsdiplomaten und Personal sind auch zahlreiche Geheimdienstagenten und Beamte der Drogenbekämpfungsbehörde dort stationiert.

Über 20 Fälle in Wien

Die ersten Fälle des Havanna-Syndroms waren 2016 bei Diplomaten in der kubanischen Hauptstadt aufgetaucht. Dutzende kanadische und US-Diplomaten sowie deren Angehörige in Kuba litten unter Gesundheitsproblemen wie Benommenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie Hör- und Sehproblemen. Die Angelegenheit kam erst ein Jahr später ans Licht, als der damalige US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Vorfälle die meisten US-Diplomaten aus Havanna abberief.

Später kamen Fälle in China, Russland und den USA hinzu. Im Juli vergangenen Jahres schrieb das Magazin "The New Yorker" über mehr als 20 Fälle in Wien. Nach Kritik an seinem Umgang mit den Fällen in der Bundeshauptstadt berief der US-Auslandsgeheimdienst CIA den Leiter seines Wiener Büros ab, berichtete die "Washington Post" im September. Anfang des Monats beteuerte die designierte US-Botschafterin in Österreich, Victoria Reggie Kennedy, bei ihrer Anhörung im US-Senat zu ihrer Bestellung, dass das Havanna-Syndrom oberste Priorität für sie habe. "Das ist eine Frage, die ich sehr ernst nehme", sagte Kennedy. Zuletzt berichtete das "Wall Street Journal" von Fällen unter US-Diplomaten in Deutschland.

Mögliche Erklärungen

Einem Bericht der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA zufolge ist "gezielte Energie von Funkwellen" die wahrscheinlichste Ursache für die Symptome. Dahinter könnte den USA zufolge Russland stecken.

US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag ein Gesetz zur finanziellen Unterstützung von Opfern der mysteriösen Krankheit unterzeichnet. Das Havanna-Gesetz sieht eine finanzielle Entschädigung für Mitarbeiter des Außenministeriums und der CIA vor, die Hirnverletzungen erlitten haben. (APA, 13.10.2021)