Ein Mann in einer Kirche, eingedeckt mit der Haiti-Flagge.

Foto: REUTERS/RICARDO ARDUENGO

Port-au-Prince – In Haiti sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 15 US-Missionare entführt worden. Eine bewaffnete Bande, die seit Monaten ihr Unwesen in der Region treibe, habe 15 bis 17 Menschen in einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince in ihre Gewalt gebracht, hieß es am Samstag (Ortszeit) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Entführten waren den Angaben zufolge auch Kinder. Unklar war zunächst, ob eine Lösegeldforderung vorlag.

Die christlichen Missionare seien aus einem Bus entführt worden, der auf dem Weg zum Flughafen war. Einige Mitglieder der Gruppe wollten dort abgesetzt werden, bevor der Rest der Gruppe zu einem anderen Ziel in Haiti weiterfahren wollte, hieß es in einem Bericht der "New York Times" unter Berufung auf lokale Beamte.

Politische Krise

Haiti befindet sich derzeit in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Im Juli war in dem von großer Armut geprägten Karibikstaat Präsident Jovenel Moïse ermordet worden. Im August erschütterte ein schweres Erdbeben den Südwesten des Landes. Dabei wurden 130.000 Häuser zerstört, mehr als 2.200 Menschen starben.

Bewaffnete Banden sorgen für zusätzliche Unsicherheit in Haiti, Entführungen mit Lösegeldforderungen nehmen seit Monaten zu. Zahlreiche Haitianer versuchen derzeit, ihr Land zu verlassen. Viele von ihnen machen sich auf den Weg in die USA. (APA, AFP, 17.10.2021)