Insgesamt 36 Minderjährige sollen entführt und zum Islam konvertiert worden sein (Symbolbild).

Foto: Reuters / Akhtar Soomro

Islamabad – Pakistan verzeichnet einen Rekordanstieg bei Zwangskonversionen von Mädchen zum Islam. Bis Mitte Oktober dieses Jahres seien 36 minderjährige nichtmuslimische Mädchen entführt und zum Islam konvertiert worden, was einem Anstieg von 177 Prozent zum Vorjahr entspreche, berichtete der asiatische Pressedienst "Ucanews" laut Kathpress unter Berufung auf das "Zentrum für soziale Gerechtigkeit" (CSJ) in Lahore und die "Volkskommission für die Rechte von Minderheiten" (PCMR).

Betroffen seien 21 christliche Mädchen, vor allem aus der Stadt Faisalabad im Bundesstaat Punjab, sowie 15 hinduistische Mädchen. Im vergangenen Jahr seien insgesamt 13 Fälle gemeldet worden, betonten CSJ und PCMR. Die beiden Organisationen richteten demnach an Ministerpräsident Imran Khan die Forderung, Maßnahmen gegen diese "extreme Form der geschlechtsbezogenen Gewalt" und der Verletzung der Religionsfreiheit zu ergreifen. Konkret forderten die beiden Organisationen Khan auf, die Blockade des Gesetzes gegen Zwangsübertritte zu anderen Religionen durch islamische Hardliner im Parlament aufzulösen.

Pakistan ist ein mehrheitlich konservatives islamisches Land. Mehr als 94 Prozent der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, während Hindus etwa 2,1 Prozent und Christen 1,27 Prozent ausmachen. Kleine Minderheiten gehören den islamischen Gemeinschaften der Schiiten und Ahmadiya sowie der Glaubensgemeinschaft der Sikh an. (APA, 19.10.2021)