Die Einführung eines ETF ließ den Kurs des Bitcoin in die Höhe schießen.

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Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist am Dienstag zeitweise über die Marke von 63.000 Dollar geschossen und nähert sich somit seinem Allzeithoch von knapp 65.000 Dollar. Spekulationen über die Absegnung des ersten Exchange Traded Fund (ETF) durch die US-Börsenaufsicht SEC hatten bereits in der vergangenen Woche zu einer Preisrallye von Bitcoin geführt. Am Dienstag erfolgte dann tatsächlich der Startschuss unter dem Tickersymbol BITO.

Bitcoin-ETF als großer Schritt

In Europa und Kanada sind ETFs auf Basis der größten Kryptowährung schon länger auf dem Markt. Dennoch sehen Börsianer das Debüt in den USA als Meilenstein auf dem Weg von Bitcoin und Co zu einer akzeptierten Anlageklasse. Der Start am Dienstag war mit Spannung erwartet worden. So blieb bis zuletzt unklar, ob der Preis den geschürten Erwartungen standhalten oder – wie oftmals bei derartigen Ereignissen – nach dem offiziellen Start des ETF einbrechen würde.

Auch Stunden nach dem Handelsbeginn zeigte sich die Kryptowährung am Dienstagabend stabil bei über 62.500 Dollar. Der nun zugelassene ETF ist nur einer von mehreren, die in den kommenden Wochen und Monaten von der Börsenaufsicht abgesegnet werden sollen. Die Bitcoin-Anlegefirma Grayscale teilte am Dienstag mit, dass sie ihr Bitcoin-Investmentprodukt ebenfalls in einen ETF umwandeln will.

Angst vor Preismanipulation

Anders als der am Dienstag zugelassene BITO-ETF, der den Preis von Bitcoin nur virtuell abbildet, soll derjenige von Grayscale auf tatsächlichen Bitcoin-Käufen und -Verkäufen basieren. Grayscale verfügt aktuell über einen Bitcoin-Fonds im Wert von über 40 Milliarden Dollar. Marktbeobachter werten das zunehmende Engagement der Wall Street sowie klassischer Finanz- und Investmentinstitutionen in den Kryptomarkt als zweischneidiges Schwert.

Einerseits ist der enorme Zufluss von Kapital mittelfristig notwendig, um den Kryptomarkt zu stabilisieren und so der Volatilität entgegenzuwirken, die zwar große Gewinne verspricht, aber auch extreme Preisabstürze verursacht. Gleichzeitig steigt bei vielen Kryptoenthusiasten aber auch die Angst vor gezielter Preismanipulation durch die klassische Finanzindustrie, gegen die Kleinanleger ziemlich machtlos sind. (red, 19.10.2021)