Der Ostukraine-Konflikt findet in der Auseinandersetzung über einen Nato-Beitritt der Ukraine seinen Widerhall.

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Moskau – Russland droht der Nato mit Konsequenzen, sollte das Militärbündnis weitere Schritte zur Aufnahme der Ukraine unternehmen. Vizeaußenminister Andrej Rudenko reagierte mit der Drohung am Donnerstag auf Äußerungen des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin. Wie die Reaktion Russlands aussehen würde, ließ Rudenko offen. Die Ukraine hegt schon länger den Wunsch, der Nato beizutreten. Austin hatte vor wenigen Tagen gesagt, die USA unterstützten dies, und kein Drittland könne ein Veto gegen Entscheidungen der Nato über die Aufnahme von Mitgliedern einlegen.

Austin hatte am Dienstag während seines Besuchs in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch erklärt, Russland sei das Hindernis für Frieden in der Ostukraine. Dort stehen seit Jahren ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten einander feindlich gegenüber. Russland hat wiederholt Vorwürfe der Ukraine zurückgewiesen, Soldaten in die Ostukraine geschickt zu haben und die Separatisten dort zu unterstützen.

Brüchige Waffenruhe

Der bewaffnete Konflikt reicht ins Jahr 2014 zurück. Damals hatte Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und dies damit begründet, dass die dortige russische Bevölkerungsgruppe geschützt werden müsse. Zuvor war der prorussische Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, im Zuge von Massenprotesten gestürzt worden.

In der Ostukraine besteht eine Waffenruhe, gegen die aber immer wieder verstoßen wird. Bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und prorussischen Separatisten wurden bisher rund 14.000 Menschen getötet. (Reuters, 21.20.2021)