Unter anderem wird der mit Cyber-Themen beauftragte Geheimdienst GCHQ verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen.

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Großbritanniens Spionagebehörden haben einem Zeitungsbericht zufolge Amazon Web Services (AWS) mit der Verarbeitung von vertraulichem Material beauftragt. Ziel sei es, die Datenanalysen und künstliche Intelligenz (KI) für die Spionage verstärkt zu nutzen, schrieb die Financial Times am Montag. Bei der Vereinbarung mit der Cloud-Service-Einheit von Amazon.com werden die Daten aller Behörden vor Ort in Großbritannien gespeichert, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Die britische Spionagebehörde GCHQ hatte sich für ein Hochsicherheits-Cloud-Systems eingesetzt, das von den Schwesterdiensten MI5 und MI6 sowie von anderen Regierungsstellen bei gemeinsamen Operationen genutzt werden soll, so der Bericht weiter. Bereits im Februar hatte der Abhördienst erklärt, dass sie künstliche Intelligenz einsetzen, um weltweit Muster in riesigen Datenmengen aufzudecken, um Desinformation und Kinderschänder zu entlarven.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters erklärte GCHQ, dass es sich nicht zu Berichten über seine Geschäftsbeziehungen zu Technologieanbietern äußern würde. AWS stand für eine Stellungnahme zunächst nicht zur Verfügung. (Reuters, 26.10.2021)