Ich mag dich, und dein Kontostand ist mir wurscht: So in etwa sehen das Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer aktuellen Umfrage zum Thema Partnersuche.

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Rund um Finanzen in Beziehungen gibt es mehrere Volksweisheiten. So heißt es beispielsweise, dass beim Thema Geld die Liebe aufhört oder dass man über Geld nicht spricht. Ein weiteres Sprichwort lautet: "Geld sollte in der Liebe keine Rolle spielen." Ist das auch wirklich so? Dieser Frage ist eine Umfrage im Auftrag der Partnervermittlung ElitePartner nachgegangen. Sie wurde von Marketagent.com durchgeführt, es wurden repräsentativ 1.503 Österreicherinnen und Österreicher befragt.

Das Ergebnis: Das Einkommen spielt für die Befragten tatsächlich keine so große Rolle. Nur jede zehnte Frau und vier Prozent der Männer finden es wichtig, dass Partnerin oder Partner mehr verdienen als sie selbst.

Gleichzeitig ist mehr als zwei Dritteln wichtig, finanziell unabhängig zu sein. Vor allem Frauen legen darauf offenbar großen Wert: Acht von zehn geben an, ihr eigenes Konto weiterführen zu wollen. Bei den Männern sind es im Vergleich nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent). Dass die potenzielle Partnerin oder der potenzielle Partner finanziell auf eigenen Beinen steht, ist 68 Prozent der befragten Frauen wichtig, bei den Männern geben dies 38 Prozent an.

Ausgaben fair teilen

Frauen bestehen außerdem auf finanzieller Fairness: Sechs von zehn sind dafür, sich je nach Einkommen an gemeinsamen Ausgaben, wie etwa der Miete, prozentual fair zu beteiligen. Bei den Männern sind es vier von zehn. Für mehr als die Hälfte der Frauen ist es von Bedeutung, dass ihr Partner gut mit Geld umgehen kann, bei den männlichen Singles ist es ein Drittel.

Wie sie ihr Geld ausgeben, betrachtet mehr als die Hälfte der Frauen als ihre eigene Angelegenheit, bei den Männern ist es im Vergleich ein Drittel. So sind auch nur 14 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer der Meinung, dass in einer Partnerschaft das Geld der Partner für beide da ist. Die Hälfte der Frauen findet es wichtig, dass sich ihr Partner auch mal selbst etwas leistet oder gönnt, während dieser Punkt nur für knapp ein Drittel der Männer relevant ist. Was auffällt: Es sind laut Umfrage eher Frauen, die sich wünschen, dass ihr Partner ihnen gegenüber großzügig ist.

Ein eigenes Konto

Finanzielle Eigenständigkeit in der Partnerschaft wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Während es für nur 47 Prozent der 18- bis 29-jährigen Singles wichtig ist, dass der Partner oder die Partnerin finanziell auf eigenen Beinen steht, sind es bei den Singles zwischen 40 und 49 Jahren bereits 60 Prozent. Bei den 60- bis 69-Jährigen sind es sogar 68 Prozent. Ebenso legen die befragten Singles mit zunehmendem Alter mehr Wert auf ein eigenes Konto. Bei den unter 30-Jährigen würden 63 Prozent darauf bestehen, in der Altersgruppe der über 50- Jährigen sind es fast 80 Prozent.

Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei den Ausgaben. Etwas mehr als ein Drittel der 18- bis 29-jährigen Singles findet, dass es ihre Angelegenheit ist, wie sie ihr Geld ausgeben, bei den Singles zwischen 40 und 49 ist es knapp die Hälfte und bei den 60- bis 69- Jährigen sogar 56 Prozent. (red, 29.10.2021)