Die Daten werden nun der US-Arzneimittelbehörde FDA übermittelt.

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Ein vom US-Pharmariesen Pfizer entwickeltes Corona-Medikament hat nach Angaben des Unternehmens in einer klinischen Studie eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Die Pille mit dem Namen Paxlovid habe die Wahrscheinlichkeit von Krankenhauseinweisungen oder Tod bei einer Coronavirus-Infektion bei Risikopatienten um 89 Prozent gesenkt, erklärte der Konzern am Freitag. Der Wert der Aktien des Konzern stieg am Freitag um acht Prozent an.

Notfallzulassung in den USA

Die vorläufigen Ergebnisse sollen laut Pfizer so schnell wie möglich der US-Arzneimittelbehörde (FDA) für eine Notfallzulassung übergeben werden. Die Zahlen basieren auf einer klinischen Studie mit mehr als 1.200 Erwachsenen, die sich mit dem Coronavirus infizierten und ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hatten. Sie erhielten nach Auftreten von Krankheitssymptomen fünf Tage lang alle zwölf Stunden die Pfizer-Pille oder ein Placebo.

Bei den Patienten, bei denen die Behandlung innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der Krankheitssymptome begann, senkte das antivirale Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes laut Pfizer um 89 Prozent. "Ähnliche" Ergebnisse gab es, wenn die Behandlung in den fünf Tagen nach Auftreten der Symptome begann. In der Gruppe, die das Medikament erhielt, gab es keinen Todesfall. In der Kontrollgruppe starben zehn Menschen.

Bis Ende 2022 will Pfizer Millionen Pillen produzieren. Die Aktien des Arzneimittelherstellers reagierten an der Wall Street mit einem Kurssprung und verteuerten sich um acht Prozent auf 47,38 Dollar. Anteilsscheine von Konkurrenten gaben deutlich nach. Aber auch Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrt-Unternehmen legten in der Hoffnung auf ein wirksames Corona-Medikament zu.

Pfizer: "Bahnbrechende Entwicklung"

Pfizer-Chef Albert Bourla sprach von einer "bahnbrechenden Entwicklung" im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Daten würden nahelegen, dass das Medikament "das Potenzial hat, das Leben von Patienten zu retten, die Schwere von Covid-19-Infektionen zu mindern und bis zu neun von zehn Krankenhauseinweisungen zu verhindern".

Mehrere Pharmakonzerne arbeiten an Medikamenten, die die Auswirkungen einer Ansteckung mit dem Coronavirus abmildern. Erst am Donnerstag hatte die britische Arzneimittelbehörde grünes Licht für das Medikament Molnupiravir des US-Pharmariesen Merck Sharp & Dohme (MSD) zur Behandlung von leicht bis mittelschwer erkrankten Covid-Patienten gegeben. Molnupiravir verringert die Fähigkeit des Virus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von Covid-19.

Für Coronavirus entwickelt

Das Pfizer-Medikament Paxlovid funktioniert ähnlich, wurde anders als Molnupiravir aber eigens für das Coronavirus entwickelt. Ein großer Vorteil beider Medikamente ist, dass sie einfach eingenommen werden können. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir müssen intravenös verabreicht werden.

Corona-Medikamente gelten als wichtige Ergänzung zu Impfstoffen. Pfizer produziert zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech den Corona-Impfstoff Comirnaty, der in zahlreichen Ländern eingesetzt wird. (APA, 5.11.2021)