Demonstranten rennen der Polizei in Khartum hinterher.

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Khartum – Im Sudan sind bei anhaltenden Protesten gegen den Militärputsch weitere Menschen getötet worden. Medizinern zufolge starben am Mittwoch mindestens zehn Menschen, nachdem die Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet hatten. Dutzende weitere seien verletzt worden, teilte eine Ärzteorganisation mit, die der Protestbewegung nahesteht.

In der Hauptstadt Khartum und in den nahegelegenen Städten Bahri und Omdurman kamen Demonstranten in verschiedenen Gegenden zu verstreuten Protestmärschen zusammen, wie Augenzeugen berichteten. Sicherheitskräfte hätten Tränengas und scharfe Munition eingesetzt. Sie hätten zudem alle wichtigen Verkehrsknotenpunkte besetzt. Zuvor sei die Mobilfunkkommunikation unterbrochen worden. Im Internet veröffentlichte Bilder zeigten, dass es auch in anderen Städten Proteste gab.

Von den Sicherheitskräften war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Armeechef Abdel Fattah al-Burhan hatte zuletzt gesagt, dass friedliche Proteste erlaubt seien und das Militär keine Demonstranten töte. Am Samstag waren hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen. Medizinerangaben zufolge starben sieben Menschen, als die Sicherheitskräfte versuchten, die Demonstranten auseinanderzutreiben. Das Militär hatte Ende Oktober die Regierung aufgelöst und einen landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen. (Reuters, 17.11.2021)