Der Bus ist komplett ausgebrannt.

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Die Ermittler versuchen herauszufinden, wie es zu dem Unglück gekommen ist.

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Bei einem Busunfall südlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia kamen in der Nacht auf Dienstag 46 Personen ums Leben. Die Unfallstelle wurde abgesperrt, der bulgarische Interimspremier Stefan Janev eilte zum Unfallort. "Wir haben hier eine enorme Tragödie", sagte Janev. "Hoffen wir, dass wir aus diesem tragischen Vorfall Lehren ziehen und solche Vorfälle in Zukunft verhindern können."

Noch ist unklar, was zu dem Unfall geführt hat. Es kann sich sowohl um einen menschlichen Fehler als auch um einen technischen Defekt gehandelt haben. Jedenfalls war der Bus gegen eine Leitplanke gefahren und brannte vollständig aus. Nur mehr das Gerippe der Karosserie war zu sehen.

Aufprall an Leitplanke

Der bulgarische Innenminister Bojko Raškov, der ebenfalls an den Unfallort gekommen war, meinte, dass die Bilder vor Ort schrecklich seien und nicht jeder ihren Anblick ertragen könne. "So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte er zu bulgarischen Medien. Die Leitplanke auf der Autobahn wurde durch den Aufprall des Busses zerstört. Es sei deshalb gut möglich, dass das Feuer beim Kontakt des Busses mit der Leitplanke entstanden sei, so Raškov. EU-Ratspräsident Charles Michel drückte via Twitter seine Bestürzung aus.

Sieben Passagiere wurden gerettet und mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus nach Sofia gebracht. Sie waren offenbar aus dem brennenden Bus gesprungen. Der Buschauffeur ist unter den Toten. Ein Überlebender sagte aus, dass eine laute Explosion zu hören gewesen sei. Es sei ihm gelungen, eines der Fenster einzuschlagen und mehrere Menschen zu retten.

Der Bus mit mazedonischem Nummernschild war auf dem Weg von Istanbul nach Skopje. Er fuhr in einer Kolonne mit drei weiteren Bussen kurz nach 21 Uhr aus der Türkei über den Grenzübergang Kapitan Andreevo nach Bulgarien ein. Der Unfall soll sich gegen zwei Uhr in der Früh auf der Autobahn Struma, etwa 40 Kilometer vor Sofia, ereignet haben. Der Streckenabschnitt, auf dem das Unglück geschah, liegt in einer hügeligen Gegend und ist für häufige Unfälle bekannt, wie der Bürgermeister einer Nachbargemeinde im Staatsradio sagte.

Albanische Passagiere

An Bord waren 53 Menschen, darunter mindestens zwölf Kinder. Die meisten der Passagiere waren junge Menschen zwischen 20 und 30 und offenbar Albaner. Laut der Polizei sind viele der Verstorbenen mazedonische Staatsbürger, darunter zwölf Kinder, unter ihnen Zwillinge. Aber im Bus befanden sich auch einige serbische und ein belgischer Staatsbürger. Der mazedonische Premier Zoran Zaev sprach sein Beileid aus. Feuerwehrleute und ein medizinisches Team waren am Dienstvormittag noch vor Ort. Der Verkehr in beide Richtungen der Autobahn wurde unterbrochen.

Der Fall wird wegen der großen Zahl von Opfern von der bulgarischen nationalen Sicherheitsbehörde untersucht. Der ausgebrannte Bus gehörte dem Unternehmen Besa Trans, das Touristen- und Shoppingtouren nach Istanbul organisiert. (Adelheid Wölfl, 23.11.2021)