Bereits am 1. Dezember treten erste Maßnahmenverschärfungen in Kraft.

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Trotz hoher Impfquote fordert Premier António Costa von der Bevölkerung weitere Einschränkungen.

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Portugal, das Land mit der höchsten Impfquote in der EU, verschärft die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Die Regierung des Sozialisten António Costa kündigte am Donnerstag ein neues Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der fünften Corona-Welle an.

Covid-Impfzertifikat oder negativer Test werden vielerorts zur Pflicht. Und nach Weihnachten wird die Bevölkerung für eine Woche in den Lockdown geschickt. "Woche zur Eindämmung der Ansteckung" nennt die Regierung das. Wer immer kann, muss vom 2. bis zum 9. Jänner 2022 von zu Hause aus arbeiten. Bars und Restaurants bleiben geschlossen. Der Schulbeginn wird auf den 10. Jänner verschoben. "Wir alle wollen ein sicheres Weihnachtsfest, und danach wollen wir den Alltag wieder sicher aufnehmen", sagte der Premierminister. Er forderte alle auf, Kontakte außerhalb des unmittelbaren Familienkreises so weit wie möglich einzuschränken.

Neuerlicher Anstieg

Costa handelt damit vorausschauend. Nur zu gut können sich alle in Portugal an das letzte Weihnachtsfest erinnern. Vergangenen Jänner und Februar erlebte das Land seine tödlichste Covid-Welle. Die Intensivstationen standen kurz vor dem Kollaps. Selbst ausländische Hilfe wurde nötig. Die deutsche Bundeswehr entsandte medizinisches Personal und Geräte in den Großraum Lissabon. Dieses Jahr soll der präventive Lockdown dafür sorgen, dass die Pandemie nach den Feiertagen nicht aus dem Ruder läuft.

"Wir sind besser als die meisten europäischen Länder, aber wir sind nicht so gut, wie wir es gerne hätten. Deshalb ist es der richtige Zeitpunkt, neue Maßnahmen zu ergreifen", sagte Costa auf einer Pressekonferenz. 87 Prozent der Bevölkerung sind geimpft. Bei der Zielgruppe über zwölf Jahren sind es fast 100 Prozent. Dennoch verzeichnete Portugal in den vergangenen Wochen einen stetigen Anstieg der Infektionen und der Hospitalisierung von Covid-Erkrankten. Mittlerweile liegt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder bei knapp 170.

Strengere Einreisebestimmungen

Die ersten Maßnahmen treten bereits am 1. Dezember in Kraft. In Innenräumen herrscht dann wieder Maskenpflicht. In Restaurants, Beherbergungsbetrieben, bei Veranstaltungen mit markierten Sitzplätzen sowie in sportlichen Einrichtungen wie Fitnessstudios wird nur eingelassen, wer eine komplette Impfung oder einen negativen PCR-Test vorweisen kann. Bei Besuchen in Krankenhäusern und Altersheimen sowie bei Großveranstaltungen ohne Sitzplätze müssen sich auch Geimpfte testen lassen.

Auch bei der Einreise muss neben dem Impfausweis ein negativer Test vorgelegt werden. Fluggesellschaften, die dies nicht ordnungsgemäß kontrollieren, müssen mit Bußgeldern von bis zu 20.000 Euro pro Passagier rechnen.

Die Impfkampagne läuft weiter auf Hochtouren. Noch vor Weihnachten sollen alle über 65 sowie jene über 50, die mit Janssen geimpft wurden, eine Auffrischungsdosis erhalten. Die Nationale Impfkommission will nächste Woche über die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren entscheiden. (Reiner Wandler, 26.11.2021)