Bekanntes, aber nicht Unüberwindbares für das Team von Franco Foda.

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Gareth Bale bekommt es mit Österreich zu tun.

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Das vermeintlich leichteste Los auf dem harten, Playoff genannten Umweg zur Winter-WM in Katar erwischte am Freitag Österreich. Erst Wales am 24. März auswärts, dann, im Fall eines Sieges in Cardiff, Schottland oder die Ukraine am 29. März daheim in Wien. Besser hätten die von Lothar Matthäus gezogenen Kugeln für das Team von Coach Franco Foda in Zürich nicht rollen können.

Für Italien und Portugal hätten sie nicht schlechter rollen können. Der aktuelle und der vorhergehende Europameister wurden ins selbe Viererpaket gelost, einer versäumt also die WM. Italien, das schon 2018 in Russland gefehlt hatte, spielt zuerst gegen Nordmazedonien, Portugal ebenfalls zu Hause gegen die Türkei.

Mehr als nur Bale

Wie Österreich hätten sich die Waliser auch als Nations-League-Gruppensieger der Liga B für das Playoff qualifiziert, sie schafften es als Zweite hinter dem Weltranglistenersten Belgien zusätzlich über die Qualifikation. Gareth Bale ist aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit ein Unsicherheitsfaktor, im Teamtrikot vergaß der einstmals teuerste Fußballer der Welt, der zu Real Madrid zurückgekehrt und daher Teamkollege von David Alaba ist, allerdings oft seine Wehwehchen. Das Heimspiel im Millennium Stadium zu Cardiff am 24. März ist ihm ein zusätzlicher Anreiz.

Die Waliser haben in Mittelfeldmann Aaron Ramsey von Juventus Turin einen weiteren Anführer in der Elf, ansonsten spielen gestandene Premier-League-Profis – der größte Star ist die Mannschaft. Österreich war gegen Wales in der WM-Qualifikation 2016/17 erfolglos. Einem 2:2 in Wien folgte ein 0:1 in Cardiff. Ryan Giggs hat eigentlich den Teamchefposten inne, aufgrund eines Gerichtsprozesses wegen häuslicher Gewalt vertritt ihn aber schon seit einem knappen Jahr Rob Page recht erfolgreich.

Heimrecht für ein mögliches Endspiel

Österreichs Losglück perfekt macht die Zulosung des Heimrechts für ein mögliches Endspiel am 29. März. Da kommt der Sieger der Partie zwischen Schottland und der Ukraine nach Wien. Die Ukrainer sind seit dem 1:0 bei der EM in bester Erinnerung, die Schotten waren Gegner in der WM-Quali und sind nicht in so guter Erinnerung. Einem 2:2 in Glasgow folgte ein ziemlich deprimierendes 0:1 in Wien.

Daran brauchte Trainer Foda, der der Auslosung in Zürich zugeschaltet war, gestern nicht zurückzudenken. "Es ist alles möglich in dieser Gruppe", sagte der 55-Jährige, verwies aber darauf, dass Wales in der Qualifikation kein Heimspiel verloren hatte. "Wenn alle fit und dabei sind, haben wir eine gute Chance, auch in Wales zu gewinnen." Von einem Glückslos sprach Foda nicht. "Wir wollen uns qualifizieren, da gibt es keine einfachen Spiele. Da braucht es einen guten Plan." Die Möglichkeit, das Ticket für die erste WM-Teilnahme seit 1998 daheim zu lösen, sei allerdings schon ein Traum. (red, 26.11.2021)

Die Auslosung des Play-offs für die Fußball-WM 2022 in Katar hat am Freitag in Zürich folgende Paarungen gebracht:

Pfad 1 – Semifinale: Schottland – Ukraine, Wales – ÖSTERREICH; Finale: Sieger Wales/ÖSTERREICH – Sieger Schottland/Ukraine

Pfad 2 – Semifinale: Russland – Polen, Schweden – Tschechien; Finale: Sieger Russland/Polen – Sieger Schweden/Tschechien

Pfad 3 – Semifinale: Italien – Nordmazedonien, Portugal – Türkei; Finale: Sieger Portugal/Türkei – Sieger Italien/Nordmazedonien

Spieltermine sind der 24. März (Semifinali) und 29. März (Finali). Die drei Final-Sieger sind für die WM vom 21. November bis 18. Dezember 2022 qualifiziert. Die Auslosung der WM-Gruppen erfolgt voraussichtlich im April 2022.