Beispiel für ein NFT: die Installation "Machine Hallucinations – Space: Metaverse" von Refik Anadol; sie wurde in Hongkong versteigert.

Foto: Reuters/Tyrone Siu

London – Das jährlich vom britischen Magazin "Art Review" veröffentlichte Kunstranking wird erstmals von NFTs angeführt. Es listet die von einer anonymen Jury ausgewählten 100 einflussreichsten Persönlichkeiten und Bewegungen der aktuellen Kunst. Ein NFT, also Non-Fungible Token (auf Deutsch etwa "nicht-austauschbare Wertmarke"), ist eine auf Blockchain-Technologie basierende, geschützte Datei.

Das heißt, der einzigartige Token ist mit dem Werk verknüpft und durch die Blockchain abgesichert. Als Käufer dieser Kunst besitzt man das Echtheitszertifikat einer Datei und damit das Original. Als Beispiel für NFT-Kunstwerke nennt die Jury das bereits vor einigen Jahren entstandene Projekt Cryptopunks, bei dem Interessierte einzigartige, digital generierte zweidimensionale Porträts erwerben konnten.

Platz zwei: Anna L. Tsing

Während noch unklar sei, ob es sich bei den NFT um einen kurzfristigen Hype handelt oder sie sich in der Kunstwelt etablieren, beschäftigen sich etliche Museen, Künstler und Galerien intensiv mit dem Thema. Für Werke wie jene des Digitalkünstlers Beeple seien beträchtliche Preise erzielt worden. Außerdem stelle der Schutz von digitalen Originalen für Künstlerinnen und Künstler eine Alternative zu den herkömmlichen Vermarktungswegen dar.

Platz Zwei belegt die amerikanische Anthropologin Anna L. Tsing, die für ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft im Angesicht der ökologischen Katastrophe ausgezeichnet wurde. Mit ihren Darstellungen – unter anderem aus der Sicht eines Pilzes – schaffe sie Raum für neue Perspektiven.

Kriterium für die Jury ist, dass die Bewegungen und Persönlichkeiten in den vergangenen zwölf Monaten aktiv global Einfluss darauf genommen haben, wie zeitgenössische Kunst entsteht. Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den Themen Klimawandel und Rassismus oder Diskriminierung auseinandersetzen, waren gleich mehrfach in der Liste vertreten. Im vergangenen Jahr stand die Black-Lives-Matter-Bewegung auf Platz eins der Liste. (APA, 1.12.2021)