Donald Trump kann es nicht lassen. Da er auf Facebook und Twitter gesperrt ist, will er eine eigene Plattform gründen.

Foto: SAUL LOEB/AFP

Um Twitter und Facebook Konkurrenz machen zu können, will Donald Trump für seine geplante Plattform Truth Social Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar verkaufen. Die Trump Media & Technology Group dürfte bereits 293 Millionen Dollar (258 Millionen Euro) erhalten, wenn sie wie geplant über die Unternehmenshülle (SPAC) Digital World Acquisition (DWAC) an die Börse geht. Trump hat im Oktober angekündigt, sich mit einem eigenen Onlineforum wieder Gehör in den sozialen Medien verschaffen zu wollen.

Start Anfang 2022

Truth Social, wie die konservative Plattform heißt, soll im ersten Quartal 2022 an den Start gehen. Durch die neuen Verkäufe solle nun dem Interesse von Trump-Anhängern und Daytradern an den Titeln von DWAC Rechenschaft getragen werden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Stellungnahmen von Trump Media und DWAC lagen zunächst nicht vor.

DWAC-Aktien hatten bei dem ursprünglichen Geschäft mit Trump Media im Oktober einen Wert von zehn Dollar. Am Mittwoch schlossen sie nach der Reuters-Meldung über den geplanten Verkauf sieben Prozent höher bei 44,35 Dollar, nachdem sie zuvor sechs Prozent im Minus tendiert hatten.

Trump auf Facebook und Twitter gesperrt

Facebook und Twitter hatten Trumps Kanäle nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Jänner gesperrt. Radikale Anhänger Trumps waren damals in den Sitz des US-Kongresses eingedrungen, um die offizielle Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr zu behindern. Es gab fünf Tote. Trump wird vorgeworfen, die Menschen zuvor auch online aufgestachelt zu haben.

Der Republikaner hat seine Wahlniederlage gegen Biden bis heute nicht anerkannt. Während seiner Amtszeit war Trump in den Onlinediensten sehr aktiv gewesen. Allein auf Twitter folgten ihm damals mehr als 88 Millionen Menschen. (APA, Reuters, 2.12.2021)