Ausblick auf Salzburg.

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Eigentlich darf sich die WSG Tirol zum Jahresausklang kaum Hoffnung machen. Am Samstag (17.00 Uhr) gastiert die Elf von Thomas Silberberger bei Champions-League-Achtelfinalist Salzburg, die Rollen sind klar verteilt. Doch die "Bullen" schwächelten zuletzt in der Liga, auch der historische Sieg über Sevilla am Mittwoch könnte Kräfte gekostet haben, der Fokus etwas verrutscht sein. Silberberger will jedenfalls "das Unmögliche möglich machen".

"Die kommende Partie in der Red-Bull-Arena ist mit Sicherheit die schwierigste Aufgabe der ganzen Saison", sagte Silberberger. 0:5, 1:5 und 0:4 kam die WSG in den drei jüngsten Auftritten in Salzburg unter die Räder. Immerhin ist man neben Austria Klagenfurt, das dieses Kunststück Ende November zuwege brachte, der bisher letzte Ligakontrahent, der die Salzburger biegen konnte – am 21. April siegten die Hausherren am Tivoli mit 3:2. Das sei "auch eine Auszeichnung für die WSG", befand der Coach.

"Die Favoritenrolle könnte nicht klarer sein. Ich würde sie mit 90:10 definieren", meinte Silberberger, dessen Truppe mit dem 0:1 gegen Austria Klagenfurt in der Vorwoche ihre Chance auf eine Teilnahme in der Meistergruppe praktisch vergeigte. "Wir haben in Salzburg zwar dreimal nicht schlecht gespielt, aber eine extrem negative Bilanz." Motto am Samstag: "Wir wollen das Unmögliche möglich machen und etwas aus der Bullen-Arena mitnehmen."

Team der Stunde

Der Wolfsberger AC ist unterdessen die Mannschaft der Stunde. Nach sieben Siegen in den vergangenen acht Runden sind die Lavanttaler auf den zweiten Platz hinter Meister Salzburg vorgestoßen. Zum Jahresabschluss haben Michael Liendl und Co. noch einen weiteren Erfolg eingeplant. Auswärts wartet am Samstag der TSV Hartberg. Die Oststeirer sind mitten im Rennen um einen Platz in den Top Sechs mitten im Pulk.

Der WAC (30 Punkte) darf diesbezüglich mehr als zuversichtlich sein. Mit einem Sieg wäre Hartberg (20) bei noch vier ausstehenden Runden im Grunddurchgang endgültig abgehängt. Lassen auch die Austria, Rapid und Ried (je 21) Punkte liegen, ist den Kärntnern die Meistergruppe kaum noch zu nehmen. Hartberg fehlt auf Platz acht liegend nur ein Punkt auf den Fünften Rapid. Der erste Saisonvergleich ging an die Blauweißen: Hartberg siegte in Wolfsberg nach zwei Treffern in den ersten 20 Minuten mit 3:1. Daheim hat der TSV in vier Duellen in der Bundesliga aber noch keinen Sieg (0-2-2) gegen den WAC geholt.

Robin Dutt hatte in den vergangenen Wochen viel Freude. Einzig der 1:5-Ausrutscher bei der WSG Tirol trübt die Bilanz des Wolfsberger Chefcoaches. "Wir wünschen uns natürlich alle, dass wir die Serie, die wir in den letzten Wochen und Monaten gehabt haben, auch im letzten Spiel des Jahres fortsetzen können. Wir wollen unsere Leistung auch in Hartberg gebündelt auf den Platz bringen und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen", sagte der Deutsche vor dem letzten Spiel des Kalenderjahres.

Zum Abschluss

Zum letzten Mal unter der Ägide von Trainer Christian Heinle geht die SV Ried in den Jahresabschluss der Fußball-Bundesliga. Das Ziel im Heimspiel gegen Altach am Samstag (17.00 Uhr) ist klar: "Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen", erklärte Heinle, der im Jänner von Robert Ibertsberger abgelöst wird. Ein Sieg gegen das Schlusslicht aus dem "Ländle" würde den Oberösterreichern wichtige Punkte im Kampf um die Top Sechs bringen.

Mit 21 Zählern liegt Ried derzeit auf Platz sieben, punktegleich mit Rapid und der Wiener Austria auf den Rängen fünf bzw. sechs. "Für uns ist das Spiel gegen Altach irrsinnig wichtig. Fünf Runden vor der Punkteteilung sind wir noch immer voll dabei", gab Heinle an. Zuletzt musste man nach vier Partien ohne Niederlage im OÖ-Derby beim LASK (0:1) wieder ohne Punkte vom Platz, der Kraftaufwand war dennoch enorm. "Es war ein wahnsinniger Kraftakt", erklärte Heinle, und es tue "extrem weh, weil wir die bessere Mannschaft waren." (APA, red, 10.12.2021)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SV Ried – SCR Altach (Ried, josko Arena, 17.00 Uhr, SR Heiß). Bisheriges Saisonergebnis: 1:1 (a). 2020/21: 1:4 (h), 1:2 (a), 0:0 (h), 0:3 (a)

Ried: Sahin-Radlinger – Plavotic, Reiner, Lackner – Wießmeier, Stosic, Ziegl, Pomer – Nutz – Bajic, Satin

Ersatz: Haas – Meisl, Lercher, Offenbacher, F. Seiwald, Chabbi, Mikic

Es fehlen: Jovicic (gesperrt), Gragger (nach Kreuzbandriss)

Altach: Casali – Strauss, Zwischenbrugger, Ndiaye – Mischitz, Aigner, Haudum, Tartarotti, Edokpolor – Nuhiu, Bischof

Ersatz: Odehnal – Dabanli, Bumberger, Schreiner, Netzer, Bukta, Prokop, Meilinger, Prokopic

Es fehlen: Reiter, Tartarotti, Abdijanovic, Stefel (alle verletzt)

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FC Red Bull Salzburg – WSG Tirol (Wals-Siezenheim, Red Bull-Arena, 17.00 Uhr, SR Kijas): Bisheriges Saisonergebnis: 1:3 (h). 2020/21: 0:5 (a), 2:4 (h), 3:2 (h), 0:4 (a)

Salzburg: Köhn – Kristensen, Onguene, Piatkowski, Guindo – Diambou, Camara, Aaronson, N. Seiwald – Sesko, Okafor

Ersatz: Mantl – Solet, Ludewig, Ulmer, Bernede, Capaldo, Kjaergaard, Sucic, Adeyemi, Adamu

Es fehlen: Bernardo, Koita, Okoh (alle Knie), Junuzovic (Ferse), Vallci (Achillessehne), Wöber (Wade)

WSG: Oswald – Koch, Bacher, Behounek, Klassen – Rogelj, Müller, Naschberger, Blume – Sabitzer, Vrioni

Ersatz: Schermer – Smith, Stumberger, Skrbo, Tomic, Awoudja, Wallner

Es fehlen: Petsos (gesperrt), Anselm (Kreuzbandriss)

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TSV Hartberg – Wolfsberger AC (Hartberg, Profertil Arena, 17.00 Uhr, SR Lechner). Bisheriges Saisonergebnis: 3:1 (a). 2020/21: 0:2 (h), 0:0 (a).

Hartberg: Swete – Steinwender, Sonnleitner, Rotter, Klem – Kainz, Horvat – Niemann, Heil, Avdijaj – Tadic

Ersatz: Sallinger – Kofler, Gollner, Lemmerer, Erhardt, Lema, Sturm, Paintsil

Es fehlt: Stec (Oberschenkel)

WAC: Kofler – Jasic, Baumgartner, Lochoshvili, Dedic – Peretz, Leitgeb, Liendl, Taferner – Röcher, Baribo

Ersatz: Kuttin – Gugganig, Sprangler, Wernitznig, Boakye, Stratznig, Vizinger, Dieng

Es fehlen: Novak (Aufbautraining), Scherzer (Bänderverletzung)