Seit 1979 wurde in der Lombardei kein so starkes Erdbeben mehr registriert.

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Bergamo – Ein Beben der Stärke 4,4 auf der Richterskala hat am Samstag gegen 11.34 Uhr die norditalienische Provinz Bergamo erschüttert. Der Erdstoß wurde auch in Mailand, Monza und in der ganzen Lombardei gespürt. Das Zentrum des ersten Erdbebens lag zwei Kilometern östlich der Ortschaft Bonate Sotto in einer Tiefe von 26 Kilometern.

Nach dem ersten Beben gab es um 11.57 Uhr ein zweites, weniger starkes Beben, dessen Zentrum in 24,9 Kilometern Tiefe lag. Das Nachbeben hatte eine Stärke von 2,2 und war auch in der Umgebung zu spüren. Menschen rannten aus Angst auf die Straßen. Die Feuerwehr erhielt unzählige Anrufe besorgter Anrainer. Bisher gab es keine Berichte von Opfern und Schäden. Ein derart starkes Erdbeben war in der Lombardei seit dem 9. Februar 1979 nicht mehr registriert worden.

"Wie auf Achterbahn"

Vor einem Jahr, am 17. Dezember 2020, hatte sich ein Erdbeben mit einer Stärke von 3,9 in einer Tiefe von 8 Kilometern nördlich von Trezzano sul Naviglio nahe Bergamo ereignet. Es war auch in Mailand und in der gesamten Lombardei gespürt worden.

"Es war wie auf einer Achterbahn", twitterte ein Zeuge. "So etwas habe ich noch nie erlebt, alles bebte. Es war nur ein Moment, plötzlich bebte alles und die Waschmittelpackungen flogen von den Ständen", sagte ein Geschäftsinhaber in Mailand. Mehrere Schulen wurden in der Lombardei aus Sicherheitsgründen geschlossen. (APA, 18.12.2021)